Home / Conoscenza del caffè / WPM ZP-1 im Test - Sehr gute Single Dosing Mühle!
    Espressomühlen
    WPM ZP-1 im Test - Sehr gute Single Dosing Mühle!

    WPM ZP-1 im Test - Sehr gute Single Dosing Mühle!

    Die WPM ZP-1 ist eine Single Dosing Espressomühle für 1.140 Euro / 1.180 CHF. WPM kommt aus Hongkong, ist seit Jahren im Milchkannensegment aktiv und hat sich mit Thermoblock-Espressomaschinen einen Namen gemacht. Die ZP-1 ist ihr erster Mühlenversuch auf dem europäischen Markt. Wir haben sie wie alle unsere Mühlen selbst gekauft und durch unser Testprotokoll laufen lassen. Was dabei herauskam: Die ZP-1 macht mehrere Dinge wirklich gut. Aber bei 1.140 Euro darf man fragen, was man bekommt, das man woanders nicht günstiger hätte.

    Überhang und ein Rad, das Spass macht

    Die ZP-1 wiegt 8 kg, ist rund 13 cm breit, 27 cm tief und gut 30 cm hoch. Das Gehäuse ist stark nach vorne geneigt, die Mühle hat spürbar Überhang. Ob das optisch passt, ist Geschmackssache.

    Das Mahlgradverstellrad ist keine Geschmackssache. Es ist überdimensioniert, präzise mit 30 Hauptziffern und jeweils 4 Unterstrichen graviert und stufenlos verstellbar. Eines der besten Verstellräder, das wir je getestet haben. Man spürt im Betrieb einen natürlichen und angenehmen Widerstand, der auch feinste Korrekturen erlaubt. Kleinere Kritik allerdings: Der Zeigerpfeil sitzt nicht ganz optimal, und die Abstände zwischen den Unterstrichen sind so gross, dass man die Zwischenbereiche aktiv nutzen muss. Für ein Rad dieser Grösse und dieses Anspruchs wären mehr Unterteilungen sinnvoll.

    Der Auswurfstutzen ist magnetisch abnehmbar. In Sachen wertiger Ausstrahlung ist er das einzige Element der Mühle, welches etwas abfällt. Er ist aus Kunststoff gefertigt, was nur auffällt, wenn man ihn abnimmt. Er ist ansonsten genau so beschichtet wie der Rest der Mühle. Der Hersteller gibt an, dass durch den Kunststoff-Auswurf weniger statische Ladung entsteht.

    Der integrierte Knocker funktioniert gut und erübrigt einen Blasebalg. Er funktioniert bei hellen und mittleren Röstungen zuverlässig. Bei dunklen Röstungen bleibt etwas mehr kleben.

    Mahlwerk und Reinigung. Das Beste, was wir bisher erlebt haben

    64 mm Flat Burrs sitzen im Mahlwerk, genauer gesagt 63,8 bis 63,9 mm, was bedeutet, dass SSP Scheiben nicht direkt passen. WPM liefert einen Adapter mit, über den SSP Scheiben montiert werden können.

    Die RPM Regelung geht von Stufe 1 (600 U/min) bis Stufe 10 (1.300 U/min). Was das für die Partikelverteilung bedeutet, klären wir weiter unten.

    Bei der Reinigung setzt die ZP-1 einen Massstab, der bisher unerreicht ist. In wenigen Handgriffen, ohne den Mahlgrad zu verstellen, ist man an der Mahlkammer. Kein Werkzeug, kein Schraubendrehen, keine Einstellungen merken. Zack, offen, auspinseln, wieder zusammen. Das Reinigungsmittel kann man hier übrigens deutlich seltener ansetzen als bei Mühlen, bei denen man die Mahlkammer nur ungern öffnet.

    Mahlgeschwindigkeit und Lautstärke

    21,5 g schafft die ZP-1 in 10 Sekunden, das ist eine mittel-schnelle Mahlung. Für 18 g braucht die Mühle 12 Sekunden. Kein Rekord, aber auch kein Alltagsärgernis. Die Mahlzeit gibt einem Zeit, den Deckel draufzulegen, was die Lautstärke von 85 auf 80 Dezibel reduziert (im Falle der höchsten RPM). Bei RPM 1 sind es 80,8 dB(A) bzw. 75 dB(A) mit Deckel, was in die leise Kategorie fällt. Klasse.

    Mahltemperatur und Konstanz

    Die erste Probe liegt bei 31,3 °C, nach fünf aufeinanderfolgenden Mahlungen mit je 20 Sekunden Pause steigt das Mahlgut auf 32,6 °C. Der Mittelwert liegt bei 32,02 °C. Das ist gut. Auch helle, aromatisch empfindliche Röstungen werden thermisch nicht belastet, und wer mehrere Espressi nacheinander zieht, hat kein Temperaturproblem zu befürchten.

    Die Konstanz ist ebenfalls überzeugend. Eine Standardabweichung von 0,11 g über 15 Mahlungen ist sehr gut. Wer auf reproduzierbare Rezepte angewiesen ist, findet hier eine zuverlässige Grundlage.

    Totraum. Erstaunlich wenig für diesen Bauraum

    Wer die Mahlkammer der ZP-1 zum ersten Mal offen sieht, macht sich Sorgen. Der Platz rund um die Scheiben ist grosszügig, optisch wäre ein Totraum von mehr als einem Gramm keine Überraschung. Die Messung ergibt 0,5 g temporär, 0,2 g permanent, 0,7 g absolut. Das ist sehr gut.

    0,5 g temporärer Totraum heisst, bei jedem Mahlvorgang ist ein halbes Gramm vom vorigen Durchgang dabei. Im Alltag kaum spürbar. Wer zwischen hellen und dunklen Bohnen wechselt, mahlt zwei bis drei Spülbohnen durch, dann ist der Übergang sauber. Der permanente Totraum von 0,2 g ist minimal und unkritisch für das Aromaklima in der Mühle. Dass die ZP-1 diesen Wert trotz des grosszügigen Bauraums hält, ist eine ordentliche Konstruktionsleistung.

    Mahlgradreplizierbarkeit

    Im Verstellungstest (Espresso, Ristretto, Lungo, Rückkehr auf Espresso) zeigt die ZP-1 eine Besonderheit. Der x50 Wert der Ausgangseinstellung (T4) liegt bei 254,6 µm, nach der Rückkehr (T7) bei 225,9 µm, eine Abweichung von knapp 29 µm. Gleichzeitig steigt der Feinanteil von 28,7 % auf 35,3 %. Die Mühle kehrt also in den richtigen Bereich zurück, trifft aber nicht exakt dieselbe Position.

    Da wir bei wiederholter T4 Messung (T4-1, T4-2) mit unterschiedlicher RPM jedoch fast exakt die gleiche Partikelverteilung erreichen, halten wir die T7 Messung für einen Ausreisser. Wir hatten beim Verstellen von Rezepten auch keine Schwierigkeiten, den exakten Mahlgrad wieder zu finden.

    Hinweis: Das stufenlose Verstellrad lässt sich sehr sanft bewegen. Der Abstand zwischen Markierung und Pfeil ist aber so gross, dass wir nicht ausschliessen können, dass beim Zurückstellen nicht exakt derselbe Punkt getroffen wurde. Wir werden diese Messung bei nächster Gelegenheit wiederholen.

    Partikelverteilung. Breit aufgestellt, RPM ohne Effekt

    Die Partikelverteilung analysieren wir in Kooperation mit der ZHAW Zürich mit dem Retsch Camsizer X2.

    In der Espressoeinstellung (T4, RPM 5,5) liegt der x50 Wert bei 254,6 µm, der Feinanteil (Qf <100 µm) bei 28,7 % und die 60% Hauptpeakbreite bei 230,7 µm.

    Ein Feinanteil von 28,7 % liegt im mittleren bis niedrigeren Bereich. Die Tasse fällt transparent aus, die Säure ist klar strukturiert, Körper hält sich eher zurück.

    Die Hauptpeakbreite von 230,7 µm liegt in einem interessanten Sweet Spot, der sowohl helle als auch dunklere Röstungen zuverlässig vermahlt. Für sehr helle Röstungen, bei denen maximale Klarheit gefragt ist, wäre ein Griff zu SSP Scheiben ein guter Schritt.

    RPM Vergleich. Wir haben bei RPM 1 (600 U/min) und RPM 10 (1.300 U/min) jeweils eigene PVM Proben gezogen, das Rezept auf 18 g in, 45 g out, 25 Sekunden abgestimmt. Die Hauptpeakbreite bleibt nahezu identisch, bei RPM 1 sind es 233,6 µm, bei RPM 10 231,0 µm. Anders als bei anderen Mühlen mit variabler Drehzahl, bei denen die RPM Einstellung die Partikelverteilung spürbar verschiebt, zeigt die ZP-1 mit ihren Werksburrs kaum einen Effekt. Die RPM Funktion ist vorhanden, verändert mit den Standardscheiben aber kaum etwas.

    Verkostung

    Für die PVM Messungen und alle Mahlproben setzen wir wie immer unseren Referenzkaffee ein, den Apas Espresso, einen natural aufbereiteten brasilianischen Kaffee der APAS Kooperative. Im Video haben wir Yulieth gebrüht, einen gewaschenen Pink Bourbon aus Kolumbien, der zeigt, was die ZP-1 aus hell gerösteten Kaffees herausholt. Die Säure war klar strukturiert, der Nachgeschmack lang und fruchtig. Kein Espresso mit viel Körper, aber ein ausgewogener Bezug mit viel Transparenz, genau das, was der moderate Feinanteil von 28,7 % erwarten lässt.

    Fazit. Sehr gutes Gesamtpaket mit einer offenen Frage

    Die ZP-1 ist eine gut durchdachte, solide Single Dosing Mühle. Das Mahlgradverstellrad gehört mit seiner Grösse zum Besten, was wir auf dem Tisch hatten. Die Zugänglichkeit zur Mahlkammer ist schlicht unübertroffen. Der Totraum ist trotz des grossen Bauraums sehr niedrig. Die thermische Stabilität ist überzeugend.

    Stärken

    • Mahlgradverstellrad präzise, stufenlos, angenehm zu nutzen
    • Reinigung: schnellste Zugänglichkeit zur Mahlkammer, die wir je getestet haben
    • Totraum absolut 0,7 g, sehr gut für diesen Bauraum
    • Mahltemperatur 32 °C, thermisch problemlos
    • Geringe Statik, interessante Partikelverteilung für viele Röstungen geeignet

    Schwächen

    • RPM Funktion ohne messbaren Effekt auf die Partikelverteilung (mit Werksburrs)
    • Mahlgradreplizierbarkeit zwischen T4 und T7 nicht reproduzierbar, vermutlich wegen der groben Rastung und des weit entfernten Pfeils

    Für wen eignet sich die ZP-1 von WPM? Wer eine hochwertig verarbeitete Single Dosing Mühle sucht, täglich mit hell bis mittel gerösteten Kaffees arbeitet und die Reinigung nicht als lästige Pflicht, sondern als schnellen Handgriff erleben möchte, ist mit der ZP-1 gut bedient. Auch für häufige Bohnenwechsler ist 0,7 g Totraum mehr als ausreichend.

    Für wen nicht? Es bleibt für uns offen, was 1.140 Euro Anschaffungspreis rechtfertigen, wenn ähnliche Mahlscheiben und Partikelverteilungen teilweise für 500 bis 800 Euro verfügbar sind. Und Mühlen wie die Modelle von Timemore (64 und 78) bieten Light-Roast Enthusiasten von Hause aus die interessantere Mahlgutverteilung.

    Eines ist jedenfalls deutlich: Die Wertigkeit der ZP-1 spricht für sich.

    Unser Modell der WPM ZP-1 haben wir von jeronimo kaffee in der Schweiz gekauft.


    Technische Daten im Überblick

    Eigenschaft Wert
    Preis 1.140 EUR / 1.180 CHF (Stand Januar 2026)
    Scheibengrösse 64 mm (63,8–63,9 mm) Flat Burr
    Betriebsmodus Single Dosing
    Mahlgeschwindigkeit 21,5 g / 10 Sek  |  12 Sek für 18 g
    Lautstärke 80,8 dB(A) (RPM 1)  |  85,2 dB(A) (RPM 10)
    Mahltemperatur 31,3–32,6 °C (erste bis letzte Probe)
    Totraum absolut 0,7 g (davon 0,5 g temporär, 0,2 g permanent)
    Konstanz (Std.abw.) 0,11 g
    x50 (Espresso T4, RPM 5,5) 254,6 µm
    Feinanteil Qf <100 µm (T4) 28,7 %
    60% Hauptpeakbreite (T4) 230,7 µm
    RPM Regelung Ja, Stufen 1–10 (600–1.300 U/min)
    Gewicht 8 kg
    Masse (B × T × H) ca. 13 cm × 27 cm × 30 cm
    Besonderheiten Integrierter Knocker, sofortige Mahlkammerzugänglichkeit, magnetischer Dosierbecher, SSP via Adapter möglich

    * Preise inkl. MwSt., Stand Januar 2026.

      Commenti