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    Lagom P80 von Option-O im Test: Messwerte und Espresso

    Lagom P80 von Option-O im Test: Messwerte und Espresso

    Die Lagom P80 von Option-O ist die Mühle Nummer 100 in unserem Testfeld. Ihr habt sie euch als Jubiläumsmühle gewünscht, und sie hat uns Zahlen geliefert, die wir in über hundert getesteten Mühlen noch nie gesehen haben. In der Schweiz kostet sie 1.799 Franken; direkt beim Hersteller aus Deutschland bestellt sind es inklusive Steuer und Versand rund 1.600 Euro. Dafür bekommt ihr 80-mm-Flachmahlscheiben, einen 500-Watt-Brushless-Motor, eine von 300 bis 1.700 Umdrehungen einstellbare Drehzahl und eine Single-Dosing-Mühle, die in der Grundform ihrer kleinen Schwester P64 folgt.

    Drei Dinge nehmen wir vorweg. Das Hauptpeak in der Partikelverteilung ist das schmalste, das wir jemals gemessen haben. Der Totraum liegt bei 0,2 Gramm. Und die Mahlgradskala ist für eine Mühle dieser Preisklasse schwer zu entschuldigen. Der Reihe nach.

    Aufbau und Technik: die grössere Schwester der P64

    Wer die P64 kennt, erkennt die P80 sofort. Alles ist ein bisschen grösser, ein bisschen kräftiger, was auch der Mahlscheibengrösse geschuldet ist. 8,1 Kilogramm bei 24 × 14 × 38 Zentimetern, gefräst aus eloxiertem Aluminium und Edelstahl. Innen hat Option-O allerdings fast alles neu gebaut: Die obere Mahlkammer ist jetzt ein einteiliges Bauteil, lose Federn und separate Lager gibt es beim Zerlegen nicht mehr. Die Mahlscheiben sitzen magnetisch auf einer Dreipunkt-Aufnahme, Zweischrauben-Scheiben im Format M6x7 passen ebenfalls.

    Im Alltag fallen zwei Details positiv auf. Der Dosierring schliesst sauber mit dem Sieb. Und ihr könnt direkt in den 58er-Siebträger mahlen, ohne links und rechts nachzuhelfen.

    Kritik gibt es beim Nocker am Mahlgutauswurf. Er hilft effektiv, restliches Kaffeepulver auszuwerfen. Der Mechanismus ist aber so knapp bemessen, dass er gelegentlich unten hängen bleibt und erst nach leichtem Wackeln zurückkommt. Das haben uns auch Kursteilnehmende berichtet. Für mich selbst fühlt sich die Bauform befremdlich an: Ich will meine Mühle nicht melken. Und beim Spaltmass ist der Nocker oben fast bündig, unten steht er einen Millimeter ab.

    Der Nocker am Mahlgutauswurf der Lagom P80 mit sichtbarem Spaltmass zum Gehäuse

    Lautstärke und Geschwindigkeit: 9 Sekunden für 18 Gramm, 82,8 dB

    Bei 1.100 Umdrehungen, unserer Messdrehzahl für die Blöcke zwei und drei, braucht die P80 neun Sekunden für 18 Gramm. Bei gefülltem Trichter wirft sie 26,2 Gramm in zehn Sekunden aus. Das ist bemerkenswert, weil die Bohnen über die Schnecke ja bewusst langsam zugeführt werden. Trotz gebremster Zufuhr mahlen die 80er-Scheiben zügig durch.

    Im Dauerbetrieb messen wir 82,8 dB. Nach unserem Protokoll liegt das im mittleren Bereich, und rein nach der Zahl wäre die Mühle nicht leise. Die Zahl beschreibt es hier aber schlecht: Der Ton ist angenehm, ein sattes Motorengeräusch, das ich im Testvideo mit einem Elektroauto vergleiche. Keine Resonanzen, kein Kreischen. Auch im Purge-Modus bei hoher Drehzahl bleibt es erträglich.

    Thermisch ist die Mühle unauffällig. Die Bohnen gehen mit 21,7 °C hinein, über fünf aufeinanderfolgende Mahlungen mit 20 Sekunden Pause messen wir 29,9 / 26,0 / 26,7 / 29,3 / 29,8 °C, im Mittel 28,3 °C. Die Reihe steigt nicht an, die Mühle heizt sich also auch bei mehreren Bezügen hintereinander nicht auf. Für helle und dunkle Röstungen ist das genau richtig.

    Totraum: 0,2 Gramm, besser haben wir es noch nicht gemessen

    Beim Totraum liefert die P80 den Wert, an dem sich künftig alle Single-Dosing-Mühlen messen lassen müssen. Andrea ist in unserem Testteam für diese Messung zuständig und geht dabei kompromisslos vor: jede Schraube lösen, Mahlscheiben von unten auspinseln, alles zusammenkratzen, was sich finden lässt. Er kam mit Mühe auf 0,1 Gramm temporär und 0,1 Gramm permanent. Absolut also 0,2 Gramm.

    Die Konsequenz im Alltag ist grösser, als die Zahl aussieht. Ihr könnt die Bohne wechseln, ohne vorher etwas wegzumahlen. Ihr könnt am Mahlgrad drehen und seht die Wirkung sofort im nächsten Bezug, statt erst eine halbe Portion Altbestand durchzuschieben. Und der Kaffee im Sieb ist der Kaffee, den ihr gerade gemahlen habt. Genau das ist die Idee von Single Dosing, und Option-O hat an dieser Stelle die richtige Detailarbeit geleistet. Wir würden uns wünschen, dass sich ein paar andere Hersteller davon eine Scheibe abschneiden.

    Erreicht wird das über zwei Dinge: den Nocker, der auf die schräge Mahlkammer abgestimmt ist, und eine Purge-Funktion, die am Ende der Mahlung die Drehzahl hochfährt und den Rest aus der Kammer bläst. Die Mühle erkennt über einen Drehmomentsensor, wann der Widerstand nachlässt, fährt einmal hoch und schaltet dann ab. Auf Wunsch könnt ihr den Purge auch per Doppeldruck auslösen. Dazu passen die übrigen Werte: Von 18 Gramm eingegebenen Bohnen landen 17,9 Gramm im Becher, das sind 0,1 Gramm Abweichung. Über fünf Portionen liegt die Standardabweichung bei 0,04 Gramm. Beides ist hervorragend.

    Von Hand nachklopfen, aber vorsichtig

    Wie schon bei der P64 empfehlen wir, nach dem Mahlen zusätzlich von Hand oben auf die Mühle zu klopfen. Passt dabei auf, dass ihr nicht versehentlich die Mahlgradverstellung mitbewegt. Bei kräftigem Klopfen ist uns das im Test passiert.

    Die Mahlgradskala ist der grösste Kritikpunkt

    Oberer Teil der Option-O Lagom P80 mit dem Drehkranz für die Mahlgradverstellung

    Die P80 verstellt stufenlos über ein Feingewinde, und Option-O gibt zehn Mikrometer pro Strich an. In der Praxis heisst das: Ein Strich entspricht je nach Kaffee acht bis zehn Sekunden Extraktionszeit. Ein halber Strich hat uns beim Probenziehen mehrfach sechs bis acht Sekunden Unterschied gebracht. Bei Mahlgrad 0,65 lagen wir bei 22 und 23 Sekunden, bei 0,6 dann bei 28 Sekunden.

    Das ist deshalb ein Problem, weil zwischen den vertikalen Linien am Drehkranz keine Zwischenmarkierungen liegen. Ihr müsst also zwangsläufig zwischen den Strichen arbeiten, könnt aber nicht ablesen, wo genau ihr gelandet seid. 8,1 oder 8,15 oder 8,16 sieht gleich aus. Michel fotografiert die Einstellung deshalb bei jedem Kaffee ab, und selbst damit trifft er die Position nicht exakt wieder. Dazu ist der Referenzstrich am Gehäuse dicker als die Linien am Drehkranz, und die Abstände zwischen den Linien sind nicht einmal gleichmässig: Der Weg von 3,5 auf 3,6 ist sichtbar ein anderer als von 3,6 auf 3,7.

    Nahaufnahme der Mahlgradskala der Lagom P80: die Abstände zwischen den Strichen sind ungleichmässig

    Bei einer Mühle, deren Stärke die Präzision ist, zerstört das einen Teil dieser Präzision. Für eine Single-Dosing-Mühle, bei der ihr mehrmals täglich zwischen Rezepten wechselt, ist es der teuerste Konstruktionsfehler im ganzen Gerät. Wer immer denselben Kaffee mahlt, wird es kaum merken. Wer täglich die Bohne wechselt, wird das Abfotografieren zur Pflichtübung machen.

    Liebes Option-O-Team: Ihr baut sensationelle Mühlen. Macht die Skalierung feiner und gleichmässig. Und bis dahin wäre eine sauber gedruckte Skala zum Aufkleben eine Zwischenlösung, die ihr verschicken könntet. Einzelne Nutzer basteln sich das gerade selbst auf Plattformen zusammen. Bei einer Mühle für 1.799 Franken sollte das nicht die Aufgabe der Kundschaft sein.

    Replizierbarkeit: Das Hauptpeak kommt zurück, der x50 nicht

    Für die Verstellungsprüfung stellen wir von Espresso (T4, Mahlgrad 0,7) auf Ristretto (T5, 0,55), dann auf Lungo (T6, 0,95) und optisch wieder zurück auf die Ausgangsmarkierung (T7).

    Das Hauptpeak kommt dabei fast punktgenau zurück: 106,0 µm bei T4, 110,0 µm bei T7. Der x50-Wert dagegen wandert von 144,8 auf 172,3 µm, also gut 27 µm. Gleichzeitig fällt das Feinpeak von 44,1 auf 39,8 Prozent. Die gleichmässige Hauptfraktion ist also wieder da, der Rest der Kurve nicht. Und weil bei dieser Mühle gerade die Feinen den Widerstand im Puck aufbauen, spürt ihr das in der Tasse.

    Praktische Konsequenz: Rein optisch auf die alte Markierung zurückzudrehen reicht nicht. Was in unseren Messdaten als Ungenauigkeit auftaucht, ist zu einem guten Teil die grobe Skala von oben. Michel hält fest, dass es mit Übung durchaus geht, es braucht aber einen Beziehungsaufbau mit dieser Mühle. Reproduzierbar mahlt die P80 also gut, sobald ihr die Skala im Griff habt.

    Partikelverteilung: Hauptpeak bei 106 µm, so schmal haben wir noch nie gemessen

    Die Partikelverteilung messen wir in Kooperation mit dem Coffee Excellence Center der ZHAW auf dem Retsch Camsizer X2. In der Espresso-Einstellung bei 1.100 Umdrehungen (T4) liegt der x50 bei 144,8 µm, das Hauptpeak bei 106,0 µm und das Feinpeak bei 44,1 Prozent; das ist der Anteil des Mahlguts unter 100 Mikrometern.

    Die 106 Mikrometer sind der Wert, wegen dem wir dieses Video zweimal geplant haben. Wir haben SSP-Scheiben durchprobiert, 80er und 100er Dimensionen, blind und nicht blind verschraubt. Ein so schmales Hauptpeak haben wir nie vorgefunden. Zum Vergleich: Alles jenseits von etwa 300 µm Peak-Breite ordnen wir als heterogen ein, und gute Espressomühlen liegen üblicherweise irgendwo zwischen 150 und 250 µm.

    Verantwortlich dafür ist die Zuführung. Eine Schnecke liefert die Bohnen langsam und gleichmässig an die Mahlscheiben, und in die Mizen-80OM-Scheiben ist ein Crusher integriert, der die Bohnen vorbricht, bevor sie in die Schneidzone kommen. Slow Feeding also, nur eingebaut statt von Hand dosiert. Die Mahlscheiben sitzen dazu schraubenlos von hinten montiert, was die Schneidkanten und die Gleichmässigkeit der Mühle noch einmal verstärkt. Von oben gesetzte Schrauben sind tatsächlich einer der krassesten Eingriffe in das Mahlverhalten von Mahlscheiben überhaupt.

    Interessant ist der scheinbare Widerspruch in den Zahlen. Das Hauptpeak ist extrem schmal, gleichzeitig liegen 44,1 Prozent des Mahlguts unter 100 Mikrometern. Das ist kein Zufall, sondern Bedingung: Weil die Hauptfraktion so gleichmässig ist und im Zwischenfeld kaum mittlere und kleine Partikel über der 100-Mikrometer-Grenze liegen, müssen wir auf der anderen Seite so fein mahlen, dass wir viel Feinanteil haben, um überhaupt ausreichend Widerstand aufzubauen und auf sinnvolle Extraktionszeiten zu kommen. Dasselbe Muster kennen wir von All-Purpose-Mahlscheiben.

    Im Bezug verhält sich die Mühle beziehungsweise das Mahlgut aber anders. Statt erst nach über 13 Sekunden wie bei All-Purpose-Mahlscheiben sehen wir die ersten Tropfen bereits nach rund neun Sekunden. Anders als bei den AP-Scheiben behält der Puck auch deutlich länger seine Integrität und steuert hinten heraus auf stabile 4 Milliliter pro Sekunde. Die P80 beschleunigt also, aber deutlich weniger brutal als erwartet.

    Für wen ist diese Kurve gemacht? Für helle, komplexe Röstungen ganz sicher. Doch unsere Tests mit verschiedenen Röstungen haben bewiesen, dass auch mittlere bis dunkle Röstungen sehr gut funktionieren und dabei Körper behalten. Was ihr aber braucht: eine saubere Puck-Vorbereitung. Wegen des hohen Feinpeaks entstehen Klümpchen, und ohne WDT ist Channeling eine reale Gefahr! Das ist bei dieser Mühle keine Empfehlung, sondern Voraussetzung.

    Partikelverteilungskurve der Option-O Lagom P80, gemessen an der ZHAW auf dem Retsch Camsizer X2

    RPM von 300 bis 1.700: Was die Drehzahl verändert

    Die Drehzahl verstellt ihr über ein gerastertes Rad mit Zahlenskala an der Seite, von 300 bis 1.700 Umdrehungen. Weil wir mit derselben Mahlgradmarkierung drei Proben gezogen haben, können wir zeigen, was die Drehzahl mit der Kurve macht.

    Espresso-Einstellung x50 Hauptpeak Feinpeak
    300 RPM (T4_1) 153,5 µm 98,2 µm 42,4 %
    1.100 RPM (T4) 144,8 µm 106,0 µm 44,1 %
    1.700 RPM (T4_2) 146,0 µm 106,1 µm 43,6 %

    Bei 300 Umdrehungen wird das Hauptpeak noch einmal leicht schmaler und das Feinpeak sinkt leicht. Das ist die Einstellung für maximale Klarheit. Zwischen 1.100 und 1.700 Umdrehungen ändert sich in der Kurve dagegen kaum etwas, was für eine Mühle mit RPM-Regelung ungewöhnlich ist.

    Wir interpretieren aus den Daten und auch mit Blick auf andere Slow-Feeding-Experimente, dass das Slow Feeding hier bereits die chaotische Verteilung und Mahlung in der Mühle derart stark reduziert, dass die langsamere Drehzahl nicht zusätzlich profitiert. Mehr dazu lest ihr in unserem Artikel über Slow Feeding.

    Statik, Reinigung und Bedienung

    Die Mahlgutwürste, die wir bei der P64 liebevoll so genannt haben, sind Geschichte. Ein Ionisierer reduziert die statische Aufladung, und im Grundsatz braucht ihr RDT nicht mehr. Eine gewisse Restladung bleibt, und sie nimmt zu, je dunkler und je feiner ihr mahlt. Für den Alltag zu Hause würden wir trotzdem weiter mit Wasserspray arbeiten. Das ist nun aber nicht mehr eine Bedingung wie bei der P64, sondern ein Komfortgewinn. Ein deutlicher Unterschied zum Vorgängermodell.

    Zum Reinigen nehmt ihr den Auffangring ab und löst zwei Innensechskantschrauben, dann seid ihr an der Mahlkammer. Das ist einfach und logisch aufgebaut, es geht aber nicht ganz ohne Werkzeug. Deshalb bewerten wir die Reinigung mit gut und nicht mit sehr gut. Für die Grundreinigung zwischendurch braucht ihr nichts zu schrauben, für die Tiefenreinigung schon. Wer zusätzlich mit Mühlenreiniger arbeiten möchte, findet bei uns Cafetto Grinder Clean im Shop.

    An der Seite sitzen zwei Knöpfe: ein echter Ausschalter, der einrastet, und der Mahlknopf, der die Mühle laufen lässt, bis der Drehmomentsensor das Ende der Mahlung erkennt. Die Nullkalibrierung ist gegenüber der P64 vereinfacht, ein Limiter schützt die Scheiben beim Kalibrieren und lässt sich entfernen, wenn ihr die volle Kontrolle wollt.

    In der Tasse: von hell bis entkoffeiniert

    Wir haben im Testvideo bewusst standardmässig mit neun Bar gebrüht, ohne Fluss- oder Druckprofiling. Nicht, weil es die beste Lösung ist, sondern weil neun Bar am weitesten verbreitet sind und nicht viele Maschinen Fluss und Druck regulieren können.

    Der erste Espresso war eine helle Röstung, unser Shyira. Wahnsinnig komplex, mit allem, was in diesem Kaffee steckt und dazu erstaunlich viel Körper. Schwer, aber elegant, dickflüssig, mit einer Cremigkeit, die im Mund bleibt. Das hatten wir bei diesem Partikelbild nicht erwartet, wir waren eher von einem leichteren und saftigeren Körper ausgegangen. First Drop bei elf Sekunden.

    Danach unsere Interpretation eines italienischen Espressos, der Compadre. Fett-karamellig, mit einer Kakaonote, die so klar und greifbar ist, dass man sie aufzeichnen könnte. Süsse voll dabei, ein mittlerer bis schwerer Körper, beim Abkühlen dann Richtung karamellisierte Nüsse und dunkle Schokolade. Die Säure ist bei diesem Kaffee ohnehin gering, aber was da ist, ist klar strukturiert. Eingestellt auf 24 Sekunden und er schmeckt auch bei 26 oder 28 Sekunden, der Bereich ist also nicht auf den Punkt limitiert.

    Zum Abschluss der Apas Decaf, in Bremen mit unterkritischem CO₂ entkoffeiniert, also mit natürlicher Quellkohlensäure. Die Entkoffeinierung verändert die Struktur eines Kaffees deutlich und damit auch das Extraktionsverhalten: Dieser Kaffee beschleunigt hinten heraus nicht, der Fluss fällt sogar wieder ab. Das hatten wir so noch nie. In der Tasse die Nougat-Note, die wir vom Apas Espresso kennen, unserem Referenzkaffee aus dem Testprotokoll.

    Apas Decaf, Entkoffeinierter Espresso aus Brasilien

    Apas Decaf, Entkoffeinierter Espresso aus Brasilien

    Der Kaffee aus dem letzten Bezug im Video: süss und kakaoig, Nougat und dunkle Schokolade, dazu ein Extraktionsverhalten, das sich mit der P80 eigenwillig verhält.

    Brasilien Entkoffeiniert Kooperative APAS

    Über alle drei Kaffees gilt: Das Espressopotenzial dieser Mühle ist herausragend. Aber es ist keine Mühle für den Einstieg. Ihr braucht ein Verständnis für Extraktion, für Brühungen und eine saubere Puck-Vorbereitung. Der Weg zum Punkt ist ein schmaler Grat über einem breiten Fluss: Zu fein, und ihr habt einen Verstopfungsmoment, und ihr arbeitet nah an dieser Grenze. Mühlen mit so einem Partikelbild spielen ihre Stärken am deutlichsten an Maschinen aus, die Fluss oder wenigstens Druck profilieren können. Mit neun Bar geht es, mit Profiling holt ihr mehr heraus.

    Fazit

    Die Option-O Lagom P80 gehört zu den besten Mühlen, die wir bisher getestet haben und an manchen Tagen würden wir sagen: sie ist die beste. Sie liefert die gleichmässigste Partikelverteilung unseres gesamten Testfelds, praktisch keinen Totraum und eine Konstanz, die kaum Fragen offen lässt. Dann steht da diese Mahlgradskala und nimmt einen Teil davon wieder weg.

    Stärken: 0,2 Gramm Totraum absolut, der beste Wert, den wir gemessen haben. Ein Hauptpeak von 106 µm, so schmal wie bei keiner anderen Mühle im Feld. 0,04 Gramm Standardabweichung über fünf Portionen. Neun Sekunden für 18 Gramm bei einem angenehmen Mahlgeräusch und ohne Wärmeentwicklung. Dazu eine Drehzahlregelung von 300 bis 1.700 RPM und eine Statikreduzierung, die RDT vom Muss zur Option macht.

    Schwächen: Die Mahlgradanzeige. Ein Strich sind acht bis zehn Sekunden Extraktionszeit, es gibt keine Zwischenmarkierungen, der Referenzstrich ist zu dick und die Abstände sind nicht gleichmässig. Dazu ein Nocker, der gelegentlich hängen bleibt, und eine Tiefenreinigung, für die ihr den Innensechskant braucht.

    Für wen? Für Menschen, die zu Hause Single Dosing betreiben, ihre Rezepte notieren und Freude daran haben, einen Kaffee wirklich zu verstehen. Wer helle Specialty-Röstungen brüht und Klarheit und Komplexität sucht, bekommt hier ein fantastisches Werkzeug. Und wer eine Espressomaschine mit Flow- oder Druckprofiling hat, holt aus dieser Partikelverteilung noch mehr heraus.

    Für wen nicht? Für den Einstieg in den Espresso. Der Puck verzeiht wenig, ohne WDT bekommt ihr Channeling, und der Weg zum richtigen Mahlgrad braucht Geduld und Übung. Wer morgens einfach einen verlässlichen Espresso will, ohne sich mit Extraktion zu beschäftigen, ist mit einer weniger fordernden Mühle glücklicher. In unserem grossen Espressomühlen-Test findet ihr passendere Kandidaten.

    Preis-Leistung: Für 1.799 Franken beziehungsweise 1.600 Euro bekommt ihr Messwerte, die es sonst nicht gibt, eine Verarbeitung auf hohem Niveau und ein Gerät, das user-serviceable gebaut ist. Was ihr für dieses Geld nicht bekommt: eine Skala, mit der ihr die Präzision dieser Mühle auch nutzen könnt. Das ist ärgerlich, weil es das billigste Bauteil im ganzen Gerät wäre.

    Im Video sprechen wir von rund 2.000 Euro. Da haben wir uns an der Grösse der Mühle orientiert und am Fachhandel, wo sie bei Coffee24 mit 2.150 Euro gelistet ist. Direkt beim Hersteller bestellt und aus Deutschland versendet liegt sie deutlich darunter.

    Testergebnisse: Option-O Lagom P80

    Leistung & Messwerte
    Lautstärke 82,8 dB
    Geschwindigkeit / 10 Sek 26,2 g
    Geschwindigkeit / 18 g 9 Sek
    Temperatur 28,3 °C

    Totraum (Retention)
    Temporärer Totraum 0,1 g
    Permanenter Totraum 0,1 g
    Absoluter Totraum 0,2 g
    Single Dosing Performance 0,1 g
    Praxis-Bewertung
    Konstanz (Stabw) 0,04
    Bedienbarkeit gut
    Mahlgrad-Replizierbarkeit gut
    Reinigungsbedienung gut
    Espressopotential sehr gut

    Bewertung nach dem KM-Testprotokoll für Espressomühlen. Alle Messwerte selbst erhoben, Blöcke zwei und drei bei 1.100 RPM.

    Technische Daten im Überblick

    Eigenschaft Wert
    Preis 1.799 CHF in der Schweiz; rund 1.600 Euro direkt beim Hersteller, aus Deutschland versendet inklusive Steuer; 2.150 Euro bei Coffee24 (Stand September 2026)
    Scheibengrösse 80 mm
    Scheibentyp Flat, Mizen 80OM Blind Burrs mit integriertem Crusher
    Scheibenaufnahme Magnetisch, 3-Pin-Blindmount; alternativ Zweischrauben-Scheiben M6x7
    Betriebsmodus Single Dosing (Trichter bis 45 g, kontinuierliche Zufuhr möglich)
    Mahlgeschwindigkeit 26,2 g / 10 Sek; 9 Sek für 18 g (bei 1.100 RPM)
    Lautstärke 82,8 dB(A)
    Mahltemperatur 26,0–29,9 °C (Mittel 28,3 °C; Bohnen 21,7 °C)
    Totraum absolut 0,2 g (0,1 g temporär, 0,1 g permanent)
    Single-Dosing-Abweichung 0,1 g
    Konstanz (Std.abw.) 0,04 g über 5 × 18 g
    x50 Espresso (T4 / T7) 144,8 µm / 172,3 µm
    Hauptpeak (T4 / T7) 106,0 µm / 110,0 µm
    Feinpeak (T4 / T7) 44,1 % / 39,8 %
    x50 Ristretto (T5) / Lungo (T6) 117,4 µm / 215,4 µm
    RPM-Regelung Ja, 300–1.700 RPM, gerastert
    Mahlgradverstellung Stufenlos, laut Hersteller 10 µm pro Strich; Bereich Turkish bis French Press
    Motor 500 W Brushless DC
    Masse und Gewicht 24 × 14 × 38 cm, 8,1 kg
    Spannung 100–120 V oder 220–240 V
    Besonderheiten Integriertes Slow Feeding über Schnecke, Purge-Modus, Auto-Off über Drehmomentsensor, Ionisierer, Nocker am Auslauf
    Garantie 1 Jahr auf Herstellungsfehler, danach Lifetime Support (Herstellerangabe)

    Wie immer haben wir auch diese Mühle nach unserem KM-Protokoll getestet und selbst gekauft. Dieser Test wurde nicht von Option-O angefragt.

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