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Graef CM800 -Espressomühle für Einsteiger im Test...

Graef CM800 -Espressomühle für Einsteiger im Test

graef cm 800

Die Graef CM800 wird immer wieder als DIE Einsteigermühle in die Welt des Espressos genannt. Mit knapp über 130 Euro/150 Franken schlägt sie preislich auch alles, was sonst auf dem Markt rumschwirrt. 

Aber was kann die kleine Mühle, die von vielen Foren empfohlen und in Testberichten ordentlich bis gut wegkommt? 

Wir haben die GraefCM 800 getestet. Nach den ersten Stunden mit der Mühle war unser Eindruck nicht gut. Frei heraus: wir haben geflucht und waren frustriert und der Kaffee schmeckte nicht gut. 

Wenn ein Gerät in einem unserer Tests schlecht oder teilweise schlecht abschliesst, passiert bei uns folgendes: 

  1. wir testen noch intensiver, um unseren Eindruck sachlich zu untermauern.
  2. wir suchen nach Wegen, um die Schwächen einer Gerätschaft zu bereinigen oder geben euch Tipps und Tricks an die Hand, um mit dem Gerät dennoch zu guten Ergebnissen zu kommen.

Warum wir so testen und warum wir überhaupt testen?

Bevor ich tiefer in die Mühle einsteige, möchte ich kurz voranstellen, warum wir überhaupt Kaffeemaschinen und Mühlen testen. Die Kaffeemacher sind eine Kaffeeschule. Wir rösten auch und führen eine Kaffeefarm in Nicaragua, sowie zwei Cafés in Basel. Dieser Mühlen-Test und alle Weiteren kommen direkt aus unserer Kaffeeakademie. 

Unser Ziel ist, dass möglichst viele von euch mit einfachen Mitteln guten Kaffee trinken können. Wir sind überzeugt: wenn viele Kaffeetrinker guten Kaffee trinken, steigt auch die Bereitschaft, mehr Geld für gute Kaffeebohnen auszugeben und davon profitiert der Produzent. Solange die Espressomaschinen, Mühlen oder das Wasser die Qualität des Kaffees begrenzen (oder schlecht machen), wird auch kein guter Kaffee verwendet.

Wenn wir euch also eine Maschine empfehlen, dann weil wir glauben, dass ihr damit gute Kaffee machen könnt. Und wenn es dazu einiger Tipps bedarf, dann liefern wir die mit. Anders als viele Testportale leben wir nicht davon, dass ihr über einen Affiliate Link die Maschine kauft.

Vergleicht man unsere Artikel, Vergleiche und Tests mit klassischen Testportalen, dann fällt auf, dass unser Tests deutlich vielschichtiger sind. Wir schreiben nichts schön, damit ihr später schlechtes Material kauft.

Graef CM800
Wir haben die Graef CM800 in guter Gesellschaft getestet. Zum einen mit der La Marzocco GS3 und zum anderen neben einer Cimbali M100.

Gesamteindruck Graef CM 800

Die grössten Stärken der kleinen Graef CM 800 sind Preis und Grösse. Mit gerade mal 13.5 cm Tiefe, einer Breite von 23 cm und einer Höhe von 39 cm passt sie in jede Küchennische. Mit ihrem Aluminium-Gehäuse und rund 2.6 kg Gewicht wirkt sie auch durchaus solide. 

Wer die Einstellung der Mühle gut schafft, der kann mit der Graef CM800 auch Espresso machen! Diese Mühle ist eine Espressomühle, anders als viele andere Mühlen im Bereich unter 200 €. Die meisten Mühlen von Tschibo, Melitta, Rommelsbacher und co. sind Filterkaffeemühlen und können nicht fein genug gestellt werden! Lasst euch hier nicht von irreführenden Tests vom Weg abbringen.

Unser Fazit vorweg zur Graef CM 800 vorne weg

  • Kann man mit der der Graef CM 800 Espresso machen? Ja, das ist möglich.
  • Ist sie einfach zu bedienen? Nein. Wenn man nicht Glück hat und der Mahlbereich einigermassen stimmt, dann ist die Graef sehr aufwendig zu bedienen.
  • Für wen ist diese Mühle geeignet? Nicht für sensorisch anspruchsvolle Kaffeetrinker. Ihr solltet ausserdem mit einem Schraubenzieher umgehen können und wollen.
  • Die Graef CM800 ist sensorisch für Anfänger geeignet und technisch für Fortgeschrittene.

Espresso frisch mahlen mit der Graef CM800

Frisch gemahlener Kaffee ist immer besser als vorgemahlener. Bereits innerhalb von 15 Minuten ist ein grosser Teil der flüchtigen Aromakomponenten des Kaffees verflogen. Deshalb ist der erste Schritt zum besseren Kaffee der Griff zu einer Mühle, die minütliches Mahlen erlaubt.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Espressomühlen und Filterkaffeemühlen. Espressomühlen erlauben eine feinere Mahleinstellung. Diese ist notwendig, um im Siebträger der Espressomaschine Widerstand aufzubauen.

Mahlt man nicht fein genug, gleitet das Brühwasser zu schnell durch den Kaffee. Wird ein Espresso in weniger als 20 Sekunden gebrüht, wird der Kaffee zu wenig extrahiert. Der Espresso schmeckt sauer, aggressiv und wässrig. Deshalb ist sehr wichtig, bei der Auswahl der Kaffeemühle darauf zu achten, das die Mühle fein genug für Espresso mahlt.

Die Graef CM 800 leistet genau das. Sie mahlt fein genug und ist damit auch für das Zubereiten von Espresso geeignet. Sie ist die preislich günstigste Espressomühle die wir bisher getestet haben. Der Espresso schmeckt mit der Graef CM 800 viel besser, als bei der Verwendung von vorgemahlenem Kaffeepulver.

Doch wie steht es um die Qualität des Espresso im Vergleich zu anderen Espressomühlen?

Kann so günstig lecker sein?

Wir haben in den Test der Graef CM800 viele Stunden Arbeit gesteckt. Das lag an der aufwendigen Mahlgradeinstellung und daran, dass wir mit dem geschmacklichen Ergebnis nicht zufrieden waren.

Zunächst habe ich die Mühle getestet. Anschliessend hat der Barista-Profi und Vize-Baristameister Michel Aeschbacher mit der Mühle gearbeitet. Wir haben zwar Espresso gebrüht, aber keiner hat uns wirklich überzeugt. Um auszuschliessen, dass das geschmackliche Ergebnis durch die Espressomaschine begrenzt wird, haben wir mit einer Kleinwagen-teuren professionellen Espressomaschine gearbeitet (La Marzocco GS3/Cimbali M100). Der Espresso war unser Standard-Kaffee Dreispitz, den wir in unserem Kaffeemacher Café im Bahnhof Basel ausschenken.

Der Espresso war einerseits bitter und hatte gleichzeitig einen höheren Anteil aggressiver Säure. Wir haben den Espresso mit einem klassischen Brühverhältnis von 1:2.5 gebrüht. 18 Gramm Kaffee im Siebträger ergaben zwei Espressi mit je 22.5 Gramm Gewicht bei einer Brühzeit von 25 Sekunden.

Um das Ergebnis zu verifizieren, haben wir den Espresso mit den gleichen Parametern mit drei anderen Mühlen (Sage Smart Grinder Pro, Eureka Mignon Perfetto, Niche Zero) im Triangel-Verfahren verglichen. Im Triangel-Verfahren werden jeweils 3 Tassen miteinander verglichen. Zwei dieser Tassen sind gleich im Geschmack und eine ist abweichend. Die abweichende Tasse wird nicht sichtbar für den Verkoster von unten markiert.

Triangel Test Graef CM800

Der Proband hat die Aufgabe, jeweils die abweichende Tasse zu finden. In diesem Fall haben wir die Testreihe verdoppelt und als zusätzliche Aufgabe gestellt, zu sagen, welche Tasse schlechter schmeckt. 

Über alle 6 Sets habe ich jeweils die abweichende Tasse gefunden und die schlechter schmeckenden als die Extraktionen der Graef CM 800 ausgewählt. 

Doch warum hat die Graef CM 800 Probleme, mit den anderen Mühlen geschmacklich mitzuhalten?

Mahlgutverteilung als Grund für schlechten Espresso

Die Vermutung lag nahe, dass die Verteilung der Korngrösse des gemahlenen Kaffees sehr unterschiedlich ist. Jede Kaffeemühle hat eine Streuung von Teilchen, verschiedenster Grösse. Dem ist auch so bei der Graef CM 800. Die Frage war nur, wie ausgeprägt ist die Anzahl der verschiedenen Grössen. Je besser eine Mühle, desto Grösser ist die Anzahl der Korngrösse in dem gewünschten Bereich. Sind viele feine Teilchen und vor allem viele grobe Teilchen neben dem Hauptpeak vorhanden, extrahieren diese anders als die gewünschte Partikelgrösse.

Extraktionsauswertung Graef CM800
Je nach Partikelgrösse ist es für das Brühwasser einfacher oder schwerer das Mahlgut effektiv zu extrahieren. Feinere Partikel extrahieren deutlich einfacher als grobe Partikel.

Das Brühwasser hat es bei kleinen Partikeln viel leichter in das Kaffeekorn zu gelangen und dort alles auszulösen. Bei gröberen Partikeln ist der Aufwand deutlich grösser und es gelingt nur eine geringe Extraktion.

Wir sprechen hier also auf der Makroeben über Unter- und Überextraktion! Es geht nicht darum, ob eine ganze Kaffeetasse über- oder unterextrahiert schmeckt, sondern wie viele Teilchen im Ganzen gut extrahiert sind. Je weniger viele Teilchen die gleiche Grösse haben, desto mehr haben wir unter- und überextrahierte Kaffeeteilchen. Unterextrahiert schmeckt sauer, überextrahiert schmeckt bitter. Haben wir das nicht heute schon mal geschrieben? Genau, weiter oben bei der Geschmacksbeschreibung des Espressos den wir mit der Graef CM800 gebrüht haben.

Partikelverteilung der Graef CM800
Partikelverteilung der Graef CM800

Die obige Kurve illustriert die Partikelverteilungskurve der Graef CM 800. Auf der X-Achse wird die Partikelgrösse in Micron angegeben und auf der Y-Achse das Volumen der entsprechenden Grösse in Prozent. Es ist typisch für eine Mühle, dass sie eine verteilte Kurve hat. Üblicherweise äussert sich das in zwei Hauptspitzen – einem feinen und einem gröberen.

Bevor wir genauer auf die Kurve eingehen, kurz zu unserem weiteren Vorgehen. Wir haben in unserer Kaffee-Akademie nicht die Möglichkeit eine Partikelanalyse per Bild- oder Laser-Analyse vorzunehmen. Diese Geräte sind unglaublich kostspielig und das im sechsstelligen Bereich. Es gibt aber eine einfachere Methode, nämlich ein Laborsieb. Michel Aeschbacher hat mit zwei Micron-Sieben der Grösse 800 und 400 den Anteil der feinsten und der gröbsten Partikel untersucht.

Er hat 50 Gramm auf die Siebe gegeben. Sein Ergebnis sah folgendermassen aus: 

19,06 Gramm – Gröber als 800 Micron

20,69 Gramm – Gröber als 400 Micron und feiner als 800 Micron

8,28 Gramm – Feiner als 400 Micron

Der Rest ist irgendwo im Sieb hängen geblieben. Aber die Zahlen verdeutlichen schon. Das typische Espresso-Peak liegt irgendwo zwischen 300 und 600 Micron. Bei der Graef kommt noch ziemlich viel, was gröber ist. Manche Partikel sind wirklich so gross wie Zuckerkörner. Während Feinstpartikel im Bereich der Espresso-Extraktion durchaus eine Aufgabe haben – sind grobe Körner ein wirkliches Problem. Feine Partikel sitzen zwischen den grösseren und tragen dazu bei, genügend Widerstand aufzubauen.(1) Grobe Partikel können in der kurzen Brühzeit der Espressoextraktion (ca. 25 Sekunden) nicht erfolgreich extrahiert werden und tragen deshalb stark zu einer unangenehmen Unterextraktionssäure bei. Hinzu kommt, dass sie Channeling erleichtern, da sie ein kompaktes Kaffeebett erschweren.

Mahlgutprobe Graef CM 800
Vorne links gröber als 800, rechts zwischen 400 und 800 und hinten feiner als 400. Espressoextraktionszeit: 25 Sekunden, 50 Gramm.

Mahlgrade Analyse per Laser- und Bilderfassung

Nach dem Siebtest wollten wir unsere Ergebnisse extern verifizieren lassen. Der Kaffee-Profi und Röster Benjamin Schütz hat uns dabei geholfen.(2) Ausserdem habe ich einen Tag mit der Firma Symphatec verbracht und ganz unterschiedliche Mühlen und Mahlungen verglichen. Das hat mir selbst geholfen, die spezifischer Oberfläche von Mahlgut besser zu verstehen.

Ich habe auf sechs Mühlen den Espresso so eingestellt, dass er in möglichst genau 25 Sekunden bei der Verwendung von 18 Gramm Kaffee 50 Gramm Endgewicht in der Tasse bringt. Auf dieser Mahlstufe habe ich von folgenden Mühlen 200 Gramm Kaffee als Probe gemahlen.

Anfim Practica als professionelles Benchmark, Eureka Mignon Perfetto, Macap M2D, Sage Smart Grinder Pro, Sette 270wi, Graef CM800.

Die Mahlgut-Analyse hat folgendes Bild ergeben:

Vergleich Partikelverteilung von 6 Espressomühlen.
Vergleich Partikelverteilung von 6 Espressomühlen.
Darf gerne bei Verlinkung dieses Artikels verwendet werden.

In diesem Bild wird deutlich, dass die Graef CM800 (dunkles blau) das niedrigste Peak aller überprüften Mühlen hat. Es ist ausserdem am breitesten und weist, zusammen mit der Sette 270wi den grössten Anteil grober Partikel auf.

Diese bildliche Darstellung erklärt recht gut, was wir sensorisch mit der Mühle erlebt haben. Auch die Messungen der Extraktionen im Vergleich untermauern die geringe Extraktionsauswertung.

Geringste Stärke und Extraktionsauswertung bei der Graef CM800

Mit den oben genannten Werten habe ich den Espresso eingestellt, die Mahlmuster genommen und natürlich auch einen Vergleich der Stärke und Extraktion vorgenommen.

Stärke ist die Konzentration der gelösten Teilchen und wird in TDS% angegeben (total dissolved solids). Die Stärke lässt sich mit einem Refraktometer messen.

Kennt man die Stärke, lässt sich anhand der verwendeten Kaffeemenge und der gewogenen Espressomenge die Extraktion berechnen (Volumen Espresso in Gramm * TDS % / verwendete Kaffeepulvermenge).

Dabei bin ich zu folgenden Ergebnissen gekommen.

Name MühlePulvermengeZeitVolumen/gTDSExtraktion
Sage Smart Grinder Pro18,0024,5049,87,50%20,75%
Graef CM 80018,0025,5049,66,52%17,97%
Eureka Mignon Perfetto18,0025,5049,87,10%19,64%
Macap M2D18,0024,5049,67,64%21,05%
Sette 27018,0025,0049,46,95%19,07%
Anfim Practica18,0024,5049,27,88%21,54%

Die Graef CM 800 weist dabei die geringste Stärke und Extraktion auf. Das entspricht ebenfalls der sensorischen Beschreibung, die ich in der Degustation festgestellt habe. Die geringe Stärke stellt sich sensorisch genauso dar: der Espresso schmeckt wässriger und weniger cremig und Mund ausfüllend im Vergleich zu den anderen Espressi. Die geringere Extraktion äussert sich in der schon beschriebenen ausgeprägteren Säure.

Bedienung und Mahlgradeinstellung der Graef CM800

Bis hierhin habe ich bereits intensiv die Ergebnisse der Mühle beschrieben, bin aber noch nicht auf die Mahlgradeinstellung eingegangen. Das ist eine sehr wichtige Funktion, denn über die Einstellung des Mahlgrades lässt sich auch die Auslaufzeit des Espressos steuern. Je feiner der Mahlgrad, desto grösser der Widerstand für das Brühwasser und entsprechend länger läuft der Espresso. Je gröber der Mahlgrad desto schneller schiesst das Wasser durch das Kaffeemehl und umso schneller ist der Espresso in der Tasse.

Mahlgradverstellung der Graef CM800
Mahlgradverstellung der Graef CM800

Die Graef CM800 weist eine Mahlgradeinstellung von 0 – 40 auf. Das bedeutet erstmal wenig. Die zentrale Frage ist, wie viel der Mahlgrad sich damit effektiv verstellen lässt. Die äussere Verstellung lässt sich sehr einfach vornehmen und kann von jedem Anwender ohne Weiteres vorgenommen werden.

Wir hatten allerdings das Problem, dass wir mit den 40 Stufen nicht auf ein akzeptables Ergebnis gekommen sind. Unser Espresso lief auch auf dem feinstem Mahlgrad innerhalb von 12 Sekunden durch. Das kann z.B. daran liegen, dass ein Kaffee heller geröstet ist oder er aufgrund der Anbauhöhe eine andere Dichte aufweist. Jedenfalls, der Espresso lief viel zu schnell. 

Die Lösung ist, die innere Justierung des Mahlscheiben feiner zu stellen. Dafür muss die Mühle geöffnet werden. Anschliessend lassen sich zwei kleine Schräubchen von dem oberen Mahlscheiben-Einsatz entfernen und sich dieser so feiner oder gröber stellen. Schaut euch dazu am besten unser Video an.

Denn sonst passiert euch, was uns bei den ersten Umstellungen passiert ist. Wenn ihr den Mahlscheiben-Einsatz nicht wieder richtig einsetzt, dann setzt die Mühle eure gewünschte Verstellung nicht nur nicht um – sie ist komplett in einem anderen Level unterwegs (viel gröber).

Aus der Anleitung selbst sind wir nicht schlau geworden. Ein Youtube-Film von Graef selbst hat uns dann die Funktion klar gemacht. Wir finden: die ganze Verstellung des Mahlwerkes ist echt ein No-Go. Die äussere Verstellmöglichkeit ist einfach zu nutzen. Aber wenn ihr nicht per Zufall genau in dieser Range landet, dann fängt die Schraubenzieherei an.

Das ist wirklich gar nicht gut gelöst. Auch andere Geräte, wie z.B. die Sage Barista Express machen manchmal nötig, dass man das Mahlwerk nachjustiert. Aber da geht es ohne Schraubenzieher und vor allem ist das Einsetzen des Kegels selbst erklärend.

Unsere Stimmung war jedenfalls nach dem Einstellen der Mühle nicht berauschend und wir haben wirklich schon viele Mühlen eingestellt. Aus diesen Gründen empfehlen wir die Mühlen auch niemandem, der neu mit dem Espresso machen beginnt. Das Frustpotential ist hier aus unserer Sicht zu gross. Wir haben die Mühle gesamt 4 Mal geöffnet und aufgeschraubt, bis wir mit der Grundjustierung des Mahlgrades zufrieden waren

Die Graef CM verfügt über einen An/Aus-Knopf und mahlt dann kontinuierlich. Die Mahlzeit lässt sich nicht programmieren. Deshalb muss das Mahlgut manuell gewogen werden.

“Totraum” für Kaffeepulver

Auf diesen Punkt gehen auch viele andere Reviews ein – er ist für uns aber neben den oben genannten fast nebensächlich. Totraum ist das Kaffeepulver, welches nach der Mahlung nicht mit ausgegeben wird. Es staut sich im Ausgang einer Mühle und wird erst bei der nächsten Mahlung von dem von hinten schiebenden Kaffeepulver heraus gedrängt.

Dieses Pulver ist dann eben nicht frisch und beeinflusst somit den Geschmack. Je nachdem wie lange die letzte Mahlung zurückliegt, schmeckt der Kaffee dann nach leichten Alterungsnoten.

Die Graef CM 800 weist durch ihre relativ grosse Nase im Ausgabebereich einen grossen Totraum aus. Je nach Mahlgrad, staute sich dort bis zu 8 Gramm Kaffeepulver (je feiner desto mehr). Auch das kann zu einer ungleichmässigen Extraktion führen.

Durch kräftiges Klopfen gegen die Mühle lässt sich der Kaffee aus dem Totraum jedoch vor oder nach der Mahlung entfernen.

Fazit zur Graef CM800 und für wen ist diese Mühle?

Wie eingangs bereits gesagt: die Graef CM800 mahlt Espresso-fein. Das schafft keine andere Mühle für den Preis. Das ist das grösste Pro der kleinen Mühle. Aber sie ist eine problematische Mühle für Einsteiger.

Wenn der voreingestellte äussere Mahlgrad-Bereich nicht zu den von euch verwendeten Kaffeebohnen passt, dann wird das Einstellen der Mühle sehr aufwendig. Wenn ihr gerne wechselnde Bohnen probieren wollt, dann gute Nacht.

Man kann mit der Greaf CM 800 Espresso machen. Verglichen mit anderen Mühlen und dem was die von uns probierten Kaffeebohnen können, ruft die Mühle aber deutlich nicht das Potential der Kaffees ab.

Vor allem für hochwertige, komplexere Kaffees empfehlen wir die Mühle eher nicht. Diese bringen von sich aus schon relativ viel Säure mit, welche durch die Unterextraktionssäure noch vestärkt wird. 

Aufgrund des Preises ist die Graef CM800 das logische gegenüber zur Delonghi Dedica EC 685, die viele als Einsteiger-Espressomaschine nutzen. Natürlich lässt sich in der Kombination Espresso machen. Aber wir prophezeien eine schwierige Beziehung, weil keiner der beiden Partner wirklich Halt gibt.

Gerade wenn ihr neu im Espresso-Bereich seid, dann ist es wichtig, das euer Material seine Aufgabe erfüllt. Nur dann könnt ihr euch sicher sein, dass ihr alles richtig gemacht habt. Aus diesem Grund empfehlen wir euch gerade in Kombination mit einer Espressomaschine wie der Dedica EC 685 eine Mühle, die solide und verlässlich läuft.


Fussnoten:

1) In der modernen Espresso-Zubereitung wird teilweise auch gezielt auf Fines verzichtet und stattdessen mit einem höheren Hauptpeak gearbeitet. Voraussetzung sind dann aber auch weniger Bolders.
2) Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Firma UCC, deren Gerät Benjamin für die Analyse nutzen durfte.


Macht Kaffee mit allen Sinnen. Benjamin Hohlmann ist Q-Arabica und Robusta Grader. Er war Schweizer Brewers Cup Meister und deutscher Cup Tasting Sieger. Unser geschäftsführender Gesellschafter und Gründer liebt es über Kaffee zu schreiben, mit Kaffee zu experimentieren und neues zu lernen.

  1. Thorsten

    27 Januar

    Welche Eureka Mignon war denn hier im Test als Vergleichsmaschine?
    Es gibt da ja doch von der einfachen Instantaneo, über das neuere Silenzio/Perfetto Modell bis hin zu den, mit 55mm Scheiben ausgestatteten, Specialita/Magnifico deutliche Unterschiede.

    • Benjamin

      27 Januar

      Hallo Thorsten, die Eureka Mignon Perfetto. Ergänze ich im Text. Danke für den Hinweis.

      • Sebastian

        6 März

        Hi. Ich habe euren Bericht bezüglich der Graef CM 800 gelesen. In vielen Punkten stimme ich euch zu. Gerade was die umständliche Grobjustierung der Maschine betrifft. Als ich die Mühle erworben habe, war ich blutige Einsteiger und mir war nicht klar, dass es auch einfachere Systeme gibt – deshalb habe ich mich damit auseinandergesetzt und in meinen Augen einen adäquaten Weg gefunden. Ich habe das grobe Mahlwerk so eingestellt dass ich beim malen eines dunklen Espresso die feinen Stufen vier oder drei bei 18gr Mahlgut und einem 30 Sekunden Kaffeebezug nutze. Ich konnte bei mir keine so krasse Spreizung der Partikelgröße bzw Channeling feststellen. Ich meine mich zu erinnern dass ihr etwa bei dem Feineinstellungsgrad 30 gemahlen habt. Möglicherweise malt die Mühle im Dreißiger Bereich anders als im Fünferbereich. Das ist aber jetzt nur eine Vermutung die ich nicht weiter überprüft habe. Ich gehe jetzt nicht davon aus, dass das Malgut mit hochpreisigen Mühlen konkurrieren kann, dennoch muss ich sagen, sind meine Bezüge immer reproduzierbar. Nach circa 6 Sekunden ist das Malgut vom Wasser durchdrungen und nach 30 Sekunden Bei 18 g Kaffeepulver Liegt ein dauerhaft reproduzierbares und ausgewogen schmeckendes Ergebnis vor. Vielleicht habt ihr ja die Muse und möchtet es noch mal mit der Graef testen und den feinen Malgrat in den Stufen 3-4 unter die Lupe nehmen. Möglicherweise habe ich auch einfach Glück gehabt und die Toleranzen in meiner Mühle verhelfen mir zu einem besseren Ergebnis (sog. Sonntagsgerät;-).

        Viele Grüße Sebastian

  2. Kalina

    27 Januar

    Welche Kombi aus solide und verlässliche Mühle und Espressomaschine empfehlt ihr denn für Einsteiger?

    • Benjamin

      28 Januar

      Liebe Kalina, wir sind noch nicht so weit, dass wir eine komplette Marktübersicht haben. Wir wollen aber Empfehlungen erarbeiten, die verschiedene Preisklassen berücksichtigen. Die günstigste beste Version die ich empfehlen würde ist vermutlich die Delonghi Dedica EC685 mit Upgrades und eine Sage Smart Grinder Pro. Aber gib uns noch einige Wochen, dann ist diese Aussage Belastbar.

  3. der andere Thorsten

    28 Januar

    Vielen lieben Dank für diesen ausführlichen Testbericht. Und auch dafür, nicht einfach in das allgemeine Loblied auf diese Mühle einzustimmen, sondern kritisch und sachlich zu hinterfragen. Das Ergebnis ist absolut fair und hilfreich. Hatte mich gefragt, ob ich als Einsteiger die CM 800 für den Anfang für Espresso verwenden möchte (besitze sie bereits) in Kombination mit einer neuen Profitec Pro 500. Werde mir jetzt wohl die Eureka Specialita dazu holen. LG Thorsten

  4. Roger

    28 Januar

    Freue mich über den Artikel, da ich selbst seit knapp zwei Jahren die Graef CM800 nutze! Erst für mit einer French Press und jetzt zusammen mit der Lelit PL41TEM.

    Das Verändern des „inneren“ Mahlgrads mit Schraubenzieher ist natürlich etwas aufwendiger, war bei mir allerdings nur einmal für die Umstellung vom French Press auf Siebträger notwendig. Jetzt habe ich die Mühle in der Espresso-Range und kann die Unterschiede von Bohne zu Bohne mit der „äußeren“ Mahlgradverstellung nachjustieren. Damit komme ich gut zurecht.

    Im täglichen Gebrauch stört mich das Abwiegen des Mahlguts am meisten. Meine nächst Mühle wird auf jeden Fall eine Zeitfunktion haben.

    Habt ihr noch weitere Maschinen-Test geplant? Würde mich freuen, wenn es eine Lelit in die Kaffeemacher Akademie schafft. Vielleicht sogar die PL41TEM?

    Beste Grüße, Gregor

  5. J.berger

    30 Januar

    Hallo kaffeemacher.
    eine weitere bekannte einsteiger mühle.
    Was sagt ihr zur mühle sage the dose control pro?
    Mahlt sie gut genug für espresso?
    Vielen dank und grüsse j.berger

  6. Marco Mathies

    30 Januar

    Sehr interessanter Test! Auch wenn mich die CM800 nicht wirklich interessiert bin ich froh, dass sie euch zu einem Vergleich der Partikelgrössen verschiedener Mühlen geführt hat 😉 Habt ihr auch noch andere Mühlen mit dem Verfahren getestet? Mich würde vor allem der Vergleich zwischen eurer Mahlkönig/Ditting Peak und der EK43 interessieren. Insbesondere im Filterbereich gepaart mit eurer Einschätzung, wie sich ein unimodaleres Mahlgut auf den Geschmack auswirkt. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass das aussieben der Fines (kleiner als 200 Mikrometer) bei einer Ditting KF804 (sehr ähnliche Scheiben wie die Peak und Lab Sweet) nicht zu einem besseren Ergebnis führte. Bei den meisten anderen Mühlen konnte ich aber das Ergebnis durch aussieben der Fines verbessern.
    Leider findet man im Netz immer noch viel zu selten solche Grafiken mit Partikelgrössenverteilung von Kaffeemühlen.

  7. Alex

    30 Januar

    Lieber Benjamin,

    tausend Dank für diesen Testbericht. Ich nutze selbst eine Graef und ein Upgrade war für mich schon lange überfällig, weil ich genau die Erfahrungen gemacht habe, von denen ihr im Video berichtet (man stellt eine Stufe feiner und die Bezugszeit verändert sich signifikant). Auch geschmacklich konnte sie mich nicht 100% überzeugen. Der Espresso in meiner Hausrösterei (Mókuska in Stuttgart) schmeckte ganz anders als zu Hause.
    Dank euch habe ich jetzt aber den Beweis für all meine Vermutungen. Danke.

    Meine Frage: Was könnte ein mögliches Upgrade sein? Die Sage Smart Grinder Pro klingt auf dem Blatt super und ist preislich natürlich attraktiv. Ich hatte mit der Baratza Sette 270 geliebäugelt? Oder doch Eureka Mignon oder Macap?

    Ich weiß, ihr testet demnächst alles ausführlich, aber vielleicht hast du schon eine Tendenz oder einen Rat?

  8. Benjamin

    30 Januar

    Hey ihr Beiden 🙂

    eine Frage die nicht wirklich zum Thema gehört, hätte ich.
    Ich suche schon sehr lang nach so einem Edelstahlbecher, wie ihn Michel verwendet.

    Könnt ihr mir bitte sagen, wo man so einen erhält ??

    Ansonsten ist das Video und auch die Testreihe sehr aufschlussreich !
    Vielen Dank dafür !! 🙂

    Jetzt erstmal einen Espresso 😀

    VG
    Benny

    • Marco Mathies

      2 Februar

      Hallo Benny
      Solche Becher sind bei uns immer noch kaum zu finden. Am besten suchst du auf aliexpress oder ebay nach „coffee powder cup“ oder „coffee dosing cup“. Ich habe selber so einen, der im unteren Bereich breiter ist und somit eine bauchige Form hat. Ich kann ihn nur empfehlen, da man damit das Pulver vorher durchschütteln kann und somit die Gefahr für Channeling sinkt. So ein Becher kommt oft mit einem Siebeinsatz und Deckel. Diese Becher haben oben übrigens meist einen Durchmesser von 58mm und man kann das Pulver dann schön in das Sieb schütten 😉

    • Simon

      10 März

      Hi, hast du den Becher gefunden?
      Das hier sieht sehr ähnlich aus:
      Schneespitze 3 Stück Edelstahl Becher Set,350ml Edelstahlbecher,Metall Becher,Stapelbare Becher Schnaps Becher für Wandern und Feiern https://www.amazon.de/dp/B07TT4DXDD/ref=cm_sw_r_cp_api_i_1EYzEbB5HCE91
      Edelstahl Becher Schnee spitze

      Habe ne Sage Dose Control Mühle und die verteilt das Pulver überall nur nicht im Siebträger 🙂

  9. severin

    30 Januar

    Guten Tag Benjamin
    Ich möchte fragen ob die Kaffeemühle von LeLit
    pl44mmt die auch im unteren Preissegment angesiedelt ist, Einsteigern zu empfehlen währe ?

    Viel dank für deine Antwort

  10. severin

    30 Januar

    Guten Tag Benjamin
    Ich möchte fragen ob die Kaffeemühle von LeLit
    pl44mmt die auch im unteren Preissegment angesiedelt ist, Einsteigern zu empfehlen währe ?

    Viel dank für deine Antwort

  11. David

    30 Januar

    Hallo ihr zwei, toller Test! Ich würde euch dafür sogar Geld spendieren und würde es nicht komisch finden, wenn ihr einen paypal Link posten würdet! Zwei Kommentare:
    – Der Ton in euren Videos ist manchmal komisch (zumindest am MacBook), ein leichter Hall, hört sich an als wenn rechte und linke Tonspur 50ms auseinander liegen würden oder sowas. Ganz komischer Effekt. Ist euch das bewusst?

    – Eine Frage zu den Partikelgrößen: Ich habe auch die Graef und weil ich vorher auch viel gelesen habe stellte ich sie direkt mal auf unter 5. Da kam dann gar kein Cafe mehr raus, hatte also Glück, dass ich bei meiner auch noch nie die Grobeinstellung ändern musste. Mir scheint die Partikelverteilung sehr homogen, aber ist das überhaupt mit dem Auge sichtbar? Kann man die groben Körner irgendwie vergleichen, z.B. mit Feinzucker oder sowas?

    Danke!

    • Thorsten

      31 Januar

      Ich schließe mich Benny an: Diese Edelstahlbecher interessieren mich auch :o)

      LG Thorsten

  12. Super Video! Eigentlich steckt in dem Video deutlich mehr know how drin als drauf steht. Ich finde die Analyse der Partikel losgelöst von der vorgestellten Mühle auch (wie Marco Mathies) sehr interessant.
    Könntet ihr nicht ein extra Video zu dem Thema Partikelverteilung machen (Vorstellung des Siebs, Kurve mit Idealverteilung, ideale Partikelgröße abhängig von Röstung, Gegenüberstellung bzw. Vergleich der Verteilung von Einsteiger vs. High End…)!
    Würde mich sehr freuen!

  13. Julian

    19 Februar

    Vielen Dank für die super informativen und fachlich fundierten Videos und Texte. Ich habe mir als absoluter Einsteiger die Delonghi Dedica EC685 zugelegt, auch durch euer Testvideo beeinflusst. Jetzt fehlt mir noch die geeignete Mühle dazu. Fast wäre ich bei der Graef gelandet, habe mich durch euren Test aber eines besseren belehren lassen.
    Ich bin nun unschlüssig, welche Mühle ich im relativ günstigen Segment kaufen kann. Liefert die Sage Smart Grinder Pro gleichmäßige Ergebnisse? Ein Testvideo von euch wäre ein Traum!

  14. Christine

    9 März

    Hallöchen, ich habe da mal eine Frage zur Mühle! Aber erstmal DAumen hoch für eure tollen Videos! Ich habe bin blutige Anfängerin und habe mir die Mühle gebraucht gekauft! Sie war toll gereinigt aber mahlt tatsächlich nicht unter der Stufe 10 also0-9 keine Chance auf Pulver! Jetzt habe ich das ganze Ding aufgeschraubt und einen Ritzel kleiner gestellt wie im Video! Hab sie auch wieder richtig zugeschraubt 😉 aber immernoch nix ! Kein Pulver unter 10! ICh will doch nur nen guten Espresso…also neue Sage Duo Temp Pro angeworfen und es mit dem Espresso Pulver von Mahlgrad 10 angestellt! Und dann….nix…nicht mal einen zu schnellen Espresso….es kommt einfach nichts raus, der Espresso verstopft die Löcher und somit staut sich das Wasser !hatte die Faxen dicke und gemahlenen Espresso gekauft um zu sehen ob es an der SAge liegt aber der Espresso lief…..ok war Spülwasser aber er lief! Soll ich jetzt nochmal innen Ritzel verstellen oder was mache ich falsch!?? Hilfe ich will doch nur Espresso!!!

  15. Thomas Es.

    19 April

    Herzlichen Dank für diesen wirklich aussagekräftigen und lehrreichen Test!

    Eins möchte ich ergänzen. Ich mahle derzeit espressofein mit der noch günstigeren Cloer 7520 (65-95 EUR, Kegelmahlwerk, Timer, stufenlos verstellbar, auch über Skala hinaus für z.B. Cezve). Mit zusätzlich gekauften Trichter kann ich direkt in den Siebträger mahlen. Kontrolliert man dann noch das Gewicht penibel mit einer Feinwaage kann ich relativ konstante Durchlaufzeiten erzielen. Sehr wahrscheinlich sind die Partikelverteilung und der TDS-Wert ähnlich (schwach) wie bei der Graef CM800 – das kann ich als Endverbraucher nicht beurteilen. Aber für den espressofeinen Einstieg ist die Cloer günstiger und sie erscheint mir (angesichts eurer Kritik an der CM800) deutlich bedienerfreundlicher.

    Nehmt doch gerne noch eine Lelit William Mühle in den laufenden Test auf! 🙂

  16. Andreas

    23 April

    Wenn ihr einen Test macht, dann sind die wirklich ausführlich. Respekt!
    Ich würde mich freuen, wenn ihr auch noch ein paar Mühlen für Filterkaffee testet. Für mich persönlich wäre eine günstige Filterkaffee-Mühle, als Zweitmühle für den Espressotrinker, der auch mal ab und zu Filter trinkt interessant.
    Kann man zum Beispiel mit der Wilfa Svart Aroma auch einen guten Filterkaffee brühen?

    Schön fände ich es auch, wenn ihr auch mal erklären würdet, wie man für einen Filterkaffee den perfekten Mahlgrad findet.

    Gruß
    Andreas

  17. Andreas

    30 Juni

    Hallo erstmal toller Test
    Ich denke aber Ihr habt euch selber ausgetrickst.

    Ich kann erklären woher dieses merkwürdige Verhalten dieser Mühle herkommt.

    Ihr geht ja davon aus, dass der Anteil der groben Partikel zu hoch ist.
    Das Problem liegt aber witziger Weise am Gegenteil und zwar an dem Anteil für den Mahlgrad zu feinen Partikeln.

    Eigentlich ist die Mühle zu Grob „eingestellt“, NUR der Anteil der zu feinen Partikel setzt
    die Poren im Mahlgut zu und deshalb bekommt Ihr die hohen Drücke ohne 80% der Kaffes richtig zu extrahieren
    und das entsprechende Wechselhafte verhalten des Filterkuchens.

    Die Mühle müsste deutlich feiner eingestellt werden, sodass der Großteil des Kaffes in der richtigen Grösse gemalen wird
    und dann der zu feine Staub entfernt der den Filterkuchen zusetzt entfernt werden.
    Ihr habt ja die Siebe und könnt es gerne ausprobieren, wenn Ihr den Staub absiebt
    und nicht nutzt, dann funktioniert das Malgut auch wieder wie von euch erwartet.

    Die Problem Stellung ist also warum produziert diese Mühle den Anteil an zu feinen Mahlstaub.

    Ich denke, dass diese Mühle auf Grund der Form/Passung des Kegelpaares gar nicht fein genug malen kann
    und Ihr habt durch euren Umbauten die Kegel einfach so nahe zusammen gebracht,
    dass ein Teil wie ein Scheibenmahlwerk funktioniert weil ein Teil der Kegelfläche zu eng zusammen ist und den Staub erzeugt
    wären der Rest weiter nur so fein mahlt wie diese Kegelpaarung es zu lässt.

    Damit wäre euer Ergebnis des ersten Tests eigentlich Korrekt. Diese Mühle kann für einen Espresso gar nicht fein genug malen. PUNKT.
    UND
    Eure Umbauten haben aus der Mühle eine Mischung aus Kegel-Scheiben Mühle gemacht, bei dem der Scheibenanteil das feine Mahlgut erzeugt und der Kegel das grobe Mahlgut.
    Mit der ganzen Konsequenz und den zwei Hügeln im Abbild der Grösseverteilung und dem Problem was einige in den Kommentaren beschrieben haben dass die Mühle blockiert.

    Der feinste Mahlgrad im Kegelmahlwerk hängt von der Passung des Kegelpaares (Innen & Aussen) ab, wenn es hier Toleranzen gibt kann es sein,
    dass es durchaus Maschinen dieser Produktreihe gibt die korrekt fein malen können
    und Ihr schlicht nur eine Mühle erwischt habt bei deren Kegelpaar die Toleranz einfach zu groß war und dieses Exemplar einfach nicht fein genug malen kann.

    Die Annahme würde zu mindestens erklären warum es durchaus ohne Umbauten auch zufriedene Kunden der Maschine gibt,
    die vielleicht nicht alle geschmacksblind sind.

    Vielleicht könnte Ihr ja mal den Hersteller anfragen ob er euch nochmal eine „vorausgewählte“ Mühle zur Verfügung stellt,
    danach weiß, man ob es generell nicht fein geht oder ob es „nur“ ein Problem des Toleranzbereiches ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas

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