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    Thermoblock-Siebträger im Test: 20 Maschinen gemessen

    Thermoblock-Siebträger im Test: 20 Maschinen gemessen

    Thermoblock-Siebträger heizen in Minuten auf statt in einer halben Stunde, sie brauchen einen Bruchteil des Stroms einer Boiler-Espressomaschine, und sie kosten oft weniger als die Hälfte. Der Preis dafür war lange die Temperatur: Wo ein Kessel eine träge Masse heissen Wassers vorhält, muss ein Durchlauferhitzer jeden Bezug neu auf Temperatur bringen.

    Wir testen diese Bauart seit 2019. In dieser Zeit haben wir Maschinen gemessen, die über fünf Bezüge um 7,6 Grad schwanken — und andere, die unter einem Grad bleiben und damit fast jeden Zweikreiser hinter sich lassen. Beide waren Thermoblöcke. Genau das ist der Punkt dieser Seite: Die Bauart sagt dir wenig. Die Umsetzung sagt dir alles.

    Stand: August 2026. Wir haben diese Übersicht neu aufgebaut, die Leistungsmessungen aus unseren Testprotokollen ergänzt und die Abgrenzung zum Dickfilmheizer eingezogen. Die Testliste wächst weiter. Schreibt gerne in die Kommentare, welche Maschine ihr vermisst.

    Thermoblock, Durchlauferhitzer, Dickfilmheizer: erst mal die Begriffe

    Durchlauferhitzer ist der Oberbegriff. Gemeint ist jedes System, das Wasser im Durchfluss erhitzt, statt es in einem Kessel vorzuhalten. Wer nach „Espressomaschine Durchlauferhitzer" sucht, meint fast immer einen Thermoblock, technisch fällt aber mehr darunter.

    Beim Thermoblock fliesst Wasser durch ein Rohr in einem Metallblock, meist Aluminium. Der Block wird von einer Heizpatrone erwärmt und gibt die Wärme an das Rohr ab. Manche Hersteller fräsen Kanäle direkt in den Block, andere legen ein durchgehendes gewickeltes Rohr ein und nennen das Ergebnis Thermocoil. Im Alltag merkst du davon nichts, aber es erklärt, warum Sage, Delonghi und Decent ihre Systeme unterschiedlich benennen.

    Der Dickfilmheizer ist die neuere Variante desselben Prinzips. Statt einen ganzen Metallblock zu heizen, sitzt ein Dickschicht-Heizelement direkt auf der wasserführenden Fläche. Die thermische Masse ist noch kleiner, die Regelung reagiert schneller. Sage nennt das ThermoJet, der niederländische Hersteller Ferro Techniek nennt dieselben Bauteile Flow Through Heater. Warum wir das für die interessanteste Entwicklung der letzten Jahre halten, steht in unserem Artikel Das Dickfilmheizer-Zeitalter hat begonnen.

    Und weil die Frage regelmässig kommt: Auch der Wärmetauscher eines Zweikreisers ist funktional ein Durchlauferhitzer. Das Brühwasser steht dort nicht im Kessel, sondern fliesst durch ein Rohr, das durch den Dampfkessel führt, und wird dabei auf Temperatur gebracht. Der Unterschied liegt in der Wärmequelle: Beim Zweikreiser heizt ein Kessel das Rohr, beim Thermoblock ein Metallblock. Mehr dazu im Zweikreiser-Vergleich.

    Vier Bauformen, die alle „Thermoblock" genannt werden

    Hier wird es praktisch relevant. Was ein Hersteller als Thermoblock verkauft, kann vier verschiedene Dinge bedeuten und die entscheiden darüber, ob du zwischen Espresso und Milch warten musst.

    Bauform Wie es funktioniert Was du davon merkst Beispiele
    Einfacher Thermoblock Ein Block für Brühen und Dampf Umschalten nötig, Wartezeit in beide Richtungen Ascaso Dream PID, Delonghi Dedica, Solis, Smeg
    Dual Thermoblock Zwei getrennte Blöcke, einer brüht, einer dampft Kein Umschalten, kein Temperatursturz danach Ascaso Steel Duo PID, Quick Mill Luna und Cassiopea, Graef Contessa
    Dickfilmheizer Heizelement direkt auf der wasserführenden Fläche. Nach unserer Definition kein „Thermoblock" Schnellste Aufheizzeit, präziseste Regelung Sage Bambino und Barista Pro, Zuriga, Maro, Roxy
    Mischform Durchlauferhitzer brüht, Kessel dampft Dampf wie beim Dualboiler, Stromverbrauch auch Quick Mill Sunny, Ascaso Baby T, Ligre Youn, WPM Primus
    Was der Name nicht verrät

    Ein Sonderfall ist die Graef Contessa: Sie führt drei Thermoblöcke, einen für Kaffee mit 900 Watt, einen für Dampf mit 1400 Watt und einen dritten mit 150 Watt, der nur den Brühkopf warm hält. Umgekehrt bewirbt KitchenAid bei der Artisan 5KES6503 zwei Sensoren, nicht zwei Heizer, verbaut ist ein einzelner Thermocoil.

    Was wir gemessen haben

    Wir hängen jede Maschine an ein Leistungsmessgerät und fahren dasselbe Protokoll. Eine kalte Maschine wird aufgeheizt, bis der Siebträger beim ersten Bezug 92 Grad erreicht — wie lange das dauert, entscheidet die Maschine, nicht die Stoppuhr. Dann folgen fünf doppelte Bezüge à 26 Sekunden mit je einer Minute Pause, vor dem ersten Bezug fünf Sekunden spülen, vor jedem weiteren zwei. Danach absolvieren wir dieselbe Reihe noch einmal, einmal mit eingeschaltetem Dampfsystem, einmal ohne. Zwischen zwei Messreihen liegen mindestens sechs Stunden, damit die Maschine wirklich kalt ist. Das vollständige Vorgehen steht in unserer Strom- und Leistungsmessung.

    Maschine System Aufheizen bis bereit Aufheizen + 5 Bezüge
    mit Dampf
    ohne Dampf Warmhalten
    pro Stunde
    KitchenAid Artisan 5KES6503 Thermoblock nicht dokumentiert 0,045 kWh 0,030 kWh
    Quick Mill Luna Dual Thermoblock 7:25 Min. 0,112 kWh 0,082 kWh 0,048 kWh
    Ascaso Steel Duo PID Dual Thermoblock 5 Min. 0,129 kWh 0,093 kWh 0,109 kWh
    Ascaso Steel Duo PID Plus Dual Thermoblock 10 Min. 0,144 kWh 0,085 kWh 0,124 kWh
    Quick Mill Sunny Mischform 10 Min. 0,246 kWh 0,082 kWh 0,215 kWh

    Messungen nach KM-Protokoll. Die Aufheizzeit steht mit in der Tabelle, weil sie der grösste Einzelposten ist und je Maschine unterschiedlich ausfällt — wir heizen bis zur Brühbereitschaft, nicht auf eine feste Zeit. Der Warmhaltewert ist auf eine Stunde hochgerechnet; bei Luna, KitchenAid und beiden Ascaso aus einem Fünf-Minuten-Fenster, bei der Sunny aus zwanzig Minuten. Zum Vergleich aus unseren Dickfilmheizer-Tests: Zuriga E2 Generation 2 bei 0,058 kWh, Maro Model 1 bei 0,06 kWh. Boiler-Maschinen liegen bei 0,2 bis 0,5 kWh.

    Ohne Dampf liegen alle eng beieinander, zwischen 0,082 und 0,093 kWh — und das, obwohl die Sunny doppelt so lange aufheizt wie die Ascaso Steel Duo PID. Der Unterschied entsteht erst durch das, was fürs Schäumen dazukommt.

    Am deutlichsten zeigt das die Sunny selbst, weil dort dieselbe Maschine mit derselben Aufheizzeit zweimal gemessen wurde: mit eingeschaltetem Dampfkessel 0,246 kWh, ohne 0,082. Der Kessel verdreifacht den Verbrauch und bringt die Maschine damit in den Bereich einer Boiler-Maschine. Bei den beiden Ascaso, wo statt eines Kessels ein zweiter Thermoblock arbeitet, sind es 40 bis 70 Prozent Aufschlag.

    Warum ihr die Spalten nicht direkt vergleichen dürft

    Die Aufheizzeiten unterscheiden sich, und Aufheizen ist der grösste Posten. Die Ascaso Steel Duo PID Plus sieht mit 0,144 kWh schlechter aus als die ältere Steel Duo PID mit 0,129 — sie wurde aber zehn Minuten aufgeheizt statt fünf. Rechnet man nur die fünf Bezüge, liegt die Plus bei 0,063 gegen 0,075 kWh, und pro Aufheizminute braucht sie 0,008 statt 0,011 kWh. Sie ist also in beiden Grössen sparsamer, obwohl die Gesamtspalte etwas anderes suggeriert. Sauber vergleichbar ist immer nur dieselbe Maschine mit und ohne Dampf.

    Ab wann sich Ausschalten lohnt

    Aus denselben Messungen fällt eine Zahl ab, die im Alltag mehr bringt als jeder Verbrauchswert: der Zeitpunkt, ab dem Warmhalten teurer wird als neu Aufheizen.

    Maschine mit Dampf ohne Dampf
    Quick Mill Luna 1:14 Stunden 40 Minuten
    Quick Mill Sunny 43 bis 48 Minuten
    Ascaso Steel Duo PID Plus 39 Minuten 25 Minuten
    Ascaso Steel Duo PID 30 Minuten 19 Minuten
    KitchenAid Artisan 5KES6503 16 Minuten

    Bei der KitchenAid lohnt sich Ausschalten schon nach einer Viertelstunde, bei der Luna erst nach über einer Stunde. Wer den ganzen Vormittag über verteilt drei Espressi trinkt, fährt bei der einen Maschine mit Ausschalten günstiger, bei der anderen mit Anlassen.

    Auch hier gilt der Vorbehalt von oben: Der Wert setzt die gemessene Aufheizenergie ins Verhältnis zum Warmhalten, und die Aufheizzeit unterscheidet sich je Maschine. Die beiden Ascaso sind deshalb untereinander nicht direkt vergleichbar. Als Hausnummer für die eigene Maschine taugt die Zahl trotzdem.

    Die Bauart steht im Stromprotokoll

    Beim Vergleich der Leistungskurven ist uns etwas aufgefallen, das wir vorher so nicht genutzt haben. Die Differenz der Spitzenleistung zwischen der Messreihe mit und ohne Dampf entspricht ziemlich genau dem zweiten Heizsystem.

    Maschine Spitze mit Dampf Spitze ohne Dampf Differenz Herstellerangabe
    Ascaso Steel Duo PID 1.966 W 1.066 W 900 W zwei Thermoblöcke
    Ascaso Steel Duo PID Plus 1.917 W 1.054 W 863 W zwei Thermoblöcke
    Quick Mill Luna 1.495 W 964 W 531 W 600 W plus 1.000 W
    Quick Mill Sunny 1.400 W 1.008 W 392 W Thermoblock plus Dampfkessel

    Bei der Luna passt die gemessene Differenz fast exakt auf die Herstellerangabe von 600 Watt für den zweiten Block. Bei beiden Ascaso liegt sie bei rund 900 Watt, also in der Grössenordnung eines vollwertigen zweiten Thermoblocks. Bei der Sunny sind es nur 392 Watt, denn dort arbeitet kein zweiter Durchlauferhitzer, sondern eine Kesselheizung, die zwischendurch nachlegt.

    Die Gegenprobe liefert die Graef Contessa. Wir haben 2.450 Watt Spitzenleistung gemessen. Graef gibt für die drei Blöcke 900, 1.400 und 150 Watt an. In Summe: 2.450 Watt.

    thermoblock leistungskurve

    Aufheizphase der Ascaso Steel Duo PID mit und ohne eingeschaltetes Dampfsystem. Die Differenz der beiden Plateaus entspricht der Leistung des zweiten Thermoblocks.

    Thermoblock oder Boiler — was die Bauart wirklich entscheidet

    Die Bauart eines Heizelementes ist nicht wegweisend dafür, wie sie performt. Über die Temperaturqualität entscheiden die Regelung und die Sensorplatzierung, nicht das Etikett. Was die Bauart tatsächlich bestimmt, sind drei Dinge.

    Die Aufheizzeit. Hier ist der Vorsprung riesig und unbestritten. Drei bis zehn Minuten gegen 20 bis 30 Minuten bei den meisten Kesseln, bei Dickfilmheizern noch weniger.

    Der Stromverbrauch. Siehe oben. Ein Durchlauferhitzer heizt nur, wenn Wasser fliesst. Ein Kessel hält rund um die Uhr eine Masse heiss.

    Die thermische Reserve. Und hier liegt die eigentliche Schwäche. Ein Kessel puffert. Ein Durchlauferhitzer nicht. Wenn du in schneller Folge beziehst, muss die Regelung jeden Bezug neu treffen und genau da trennen sich die Maschinen. Die Quick Mill Luna kam in unserem Protokoll auf eine Standardabweichung von 2,77 Grad bei einer maximalen Differenz von 7,63 Grad. Das war der schlechteste Wert, den wir je mit diesem Protokoll gemessen haben. Die Ascaso Steel Duo PID lag bei 0,75 Grad. Beides sind Dual-Thermoblock-Maschinen. Zu beachten ist auch: Je nach Durchflussmenge sind Durchlauferhitzer durch die Begrenzung der eingespeisten Energie ihrer Heizer physisch gar nicht in der Lage, Wasser sauber auf Temperatur zu bringen. Deshalb messen wir mit Messgeräten, die auf den Durchfluss von Espresso optimiert sind. Wer vor allem lange Kaffees oder Turbo-Shots mit hohem Durchfluss bezieht, stösst mit Durchlauferhitzern an die Grenzen der Aufheizpotenz.

    Achte auf das Offset, nicht auf die Anzeige

    Fast wichtiger als die Konstanz ist die Frage, ob die angezeigte Temperatur der Temperatur in der Tasse entspricht. Bei der Quick Mill Sunny haben wir eine Abweichung von vier bis fünf Grad gemessen, bei der Ascaso Steel Duo PID zwei bis vier Grad. Die Ascaso Dream PID lag unter einem Grad. Wenn du das Offset deiner Maschine nicht kennst, weisst du nicht, womit du brühst — Dir bleibt immer die Möglichkeit, über den Geschmack zu arbeiten: Zu sauer heisst, dass die Temperatur tendenziell zu niedrig ist. Die Temperatur liegt dann oft unter 90 Grad. Du solltest sie nach oben korrigieren, auch wenn dir deine Maschine bereits 93 Grad Celsius angibt. Schmeckt der Kaffee sehr bitter, ist deine Maschine möglicherweise zu heiss. Das siehst du auch, wenn das Brühwasser dampfend aus der Maschine kommt. Eine Korrektur nach unten bringt den Kaffee in die Balance.

    Eine professionelle Einstellung bei einem Fachhändler hilft, das Offset zwischen effektiver Brühtemperatur und angezeigter Temperatur zu erkennen. Bei Espressomaschinen mit Faema-E61-Brühgruppe gibt auch ein Brühgruppen-Thermometer Orientierung.

    Die eigentliche Schwachstelle: der kalte Siebträger

    Ein Thermoblock ist in drei bis zehn Minuten auf Temperatur. Der Siebträger ist es nicht. Anders als bei einer E61-Brühgruppe, die als Metallmasse dauerhaft mitgeheizt wird, hängt bei vielen Thermoblock-Maschinen ein kaltes Stück Messing vorne dran. Der Kaffee trifft dann auf 93 Grad heisses Wasser und einen Siebträger mit Raumtemperatur.

    Als Referenz: Ein aufgewärmter Siebträger erwärmt sich auf über 80 Grad Celsius. Er ist dann so heiss, dass du ihn nicht mehr anfassen kannst. Manche Hersteller heizen Brühgruppen mit Heizpatronen auf, um schnell und effektiv auch den Siebträger auf Temperatur zu bringen. Du kannst Folgendes machen, um deinem Siebträger zu helfen, auf Temperatur zu kommen und vor allem auch schnell heiss zu werden:

    1
    Siebträger eingespannt lassen. Auch beim Aufheizen. Er zieht dann Wärme aus der Brühgruppe.
    2
    Ein bis zwei Leerbezüge fahren. Heisses Wasser durch den eingespannten Siebträger laufen lassen, bevor du mahlst.
    3
    Länger warten, als die Anzeige sagt. Die Bereitschaftslampe meint den Block, nicht die Gruppe. Bei der Quick Mill Evo 70 hatte der Siebträger nach fünf Minuten erst 60 Grad.

    Manche Hersteller lösen das konstruktiv. Die Ascaso Dream PID hat eine eigene Siebträgerheizung, die Graef Contessa einen dritten Thermoblock nur für den Brühkopf, die Zuriga einen 600-Watt-Heizer in der Gruppe. Das ist der Punkt, an dem sich Preisklassen unterscheiden.

    Milchschaum am Thermoblock

    Thermoblöcke schäumen anders als Boiler-Maschinen, und das ist der Grund, warum viele Leute mit ihrer Maschine hadern. Beim Kessel steht unten Wasser und oben Dampf. Beim Beginn des Schäumens kommt Dampf, solange die Heizung mitmacht. Beim Thermoblock kommt die Leistung impulsartig. Dazu unterscheiden sich die Dampflanzen teilweise in günstigeren Preisbereichen erheblich.

    Michel Indelicato, Vize-Baristameister, hat vier Thermoblock-Maschinen nebeneinander geschäumt. Was dabei herauskam:

    1
    Kleines Kännchen nehmen, 350 Milliliter. Die meisten Thermoblöcke haben nicht genug Leistung, um mehr Milch in Bewegung zu bringen.
    2
    Immer erst Kondenswasser ausblasen. Bei jeder Maschine, ohne Ausnahme.
    3
    Bei wenig Dampfleistung an den Rand. Kanne schräg halten und zur Dampflanze hin neigen, dort entsteht der beste Drall.
    4
    Zieh- und Rollphase ineinander übergehen lassen. Beim Thermoblock lassen sie sich oft nicht sauber trennen. Bewegungsspielraum maximal ein Zentimeter, Hand auf der Maschine abstützen.
    5
    Ziehphase bei Körpertemperatur beenden, stoppen bei knapp 60 Grad.

    Zwei maschinenspezifische Hinweise, die viel ausmachen: Bei der Delonghi Dedica die Lanze nicht auf Cappuccino stellen, sonst zieht sie permanent unkontrolliert Luft. Und bei der Quick Mill Orione die Plastikkappe abnehmen. Sie produziert nur grobblasigen Schaum, und darunter sammelt sich eingebrannte Milch.

    Die Pauschalkritik stimmt so nicht

    Dass Thermoblöcke grundsätzlich schwach dampfen, hält der Prüfung nicht stand. Die Quick Mill Sunny erreichte in unserem Protokoll 24 Sekunden für die Schäumphase. Das ist Dualboiler-Niveau. Und die WPM Primus schäumt sowieso in einer anderen Liga. Die Masse der Thermoblöcke verhält sich aber so, wie oben beschrieben.

    Welche Thermoblock-Siebträger wir getestet haben

    Maschine System Testjahr Was auffiel
    Ascaso Steel Duo PID Dual Thermoblock 2021, Update 2022 Standardabweichung 0,75 Grad, drei bis fünf Minuten bereit
    Ascaso Baby T Plus Mischform 2022 Dampf auf dem Niveau der Branchenführer
    Quick Mill Luna Dual Thermoblock 2024 sparsamste Dual-Maschine, aber schlechteste Temperaturkonstanz im Feld
    Quick Mill Evo 70 Thermoblock, PID 2021 stabiler Korridor 93 bis 95 Grad
    Quick Mill Orione 3000 Thermoblock 2023 93 Grad nur mit acht Sekunden Spülung
    Solis Barista Perfetta Plus Thermoblock, PID 2020 starker Milchschaum, Brühtemperatur pendelt sich bei 82 Grad ein
    Solis Barista Gran Gusto Thermoblock 2021 berührt 95 Grad, fällt dann unter 90
    Delonghi Dedica EC685 Thermoblock 2021 günstigste empfehlbare Einstiegsmaschine, schiesst über die Zieltemperatur
    Sage Bambino Plus Dickfilmheizer 2021 sehr gutes Milchschäumen fürs Geld
    Sage Barista Express Impress Thermoblock 2024 Kompromiss zwischen Siebträger und Vollautomat
    Sage Barista Pro Dickfilmheizer 2019 integriertes Mahlwerk als Markenzeichen
    Sage Barista Touch Dickfilmheizer 2023 Milchschaum erstklassig, Temperatur zu schwankend und zu hoch
    Smeg ECF 01 Thermoblock 2021 hochwertige Verarbeitung im Einstiegssegment
    Satrap Espresso XA Thermoblock 2020 Schwankungen bis 15 Grad
    Decent DE1 Thermocoil, zwei Heizer 2019 Druck- und Flussprofile, kein Kessel
    Ligre Youn Mischform 2025 Durchlauferhitzer im Messingblock, 0,8-Liter-Dampfkessel
    Maro Model 1 Dickfilmheizer 2025 Standardabweichung 0,516 Grad, 48,8 dB
    Roxy Espresso Dickfilmheizer 2024 2:50 Minuten bereit, 14 Bezüge im Fenster unter einem Grad
    Zuriga E2 Generation 2 Dickfilmheizer 2024 zwei Minuten bereit, 0,058 kWh
    Sage Oracle Jet Dickfilmheizer 2025 Aufheizzeit top, Temperaturmanagement beim Bezug schwach

    Ascaso Dream PID

    Diese Maschine haben wir 2021 getestet, damals für rund 1.100 Euro und 1.150 Franken. Sie ist der beste Beleg dafür, wie gut ein einfacher Thermoblock sein kann: eingestellt auf 95 Grad, gebrüht bei 94,75 bis 94 Grad, ein Offset unter einem Grad und weniger als ein Grad Schwankung über die Bezüge. Damit spielte sie in der Top-Liga und kommt gleichzeitig auf einen Bruchteil der Aufheizzeit von Zweikreisern oder Dualboilern.

    Der Bruch kommt beim Milchschäumen. Ein Block, der brüht und dampft, hat Konsequenzen für den Ablauf: 40 bis 45 Sekunden warten bis Dampfbereitschaft, dann eine Leistungsspitze, die zu Beginn fast zu viel ist und in der Rollphase abfällt, also viel Kraft dort, wo du wenig brauchst. Danach steht die Maschine bei 98 bis 99 Grad, und der nächste Espresso ist zu heiss.

    Wer vor allem Espresso trinkt, bekommt eine sehr attraktive Maschine. Wer ständig zwischen Espresso und Cappuccino wechselt, bekommt eine Krücke und schaut sich besser nach einem System mit zwei Heizelementen um.

    Was am Markt sonst noch mit Durchlauferhitzer arbeitet

    Diese Maschinen haben wir nicht getestet. Sie stehen hier, weil wir die Systeme belegen können und die Übersicht sonst unvollständig wäre.

    Hersteller Modell System Preis ca.
    Ascaso Dream PID, Steel Uno PID Thermoblock, PID 1.399 bis 1.599 €
    Ascaso Baby T Zero und One Mischform mit 2,5-l-Serviceboiler ab 3.499 €
    Quick Mill Cassiopea Dual Thermoblock, ohne PID ca. 799 €
    Quick Mill Stretta, Retrò, Orione Thermoblock ab 449 €
    Quick Mill Pegaso, Pegaso PID Thermoblock [PRÜFEN]
    Quick Mill Sunny Mischform, 1,6-l-Dampfkessel ab 1.550 CHF
    Delonghi Dedica Style, Arte, Maestro, Duo Thermoblock 139 bis 299 €
    Delonghi La Specialista, alle Varianten Mischform ab ca. 320 €
    Graef Contessa ES1000 drei Thermoblöcke, PID ausgelaufen
    Graef Estessa, Batessa Duo-Thermoblock 1.799 bis 2.199 €
    Graef Dicianova ES1100 Thermoblock, beheizte Brühgruppe ca. 1.300 €
    KitchenAid Artisan 5KES6503 Thermoblock, PID nicht einstellbar 333 bis 449 €
    Smeg ECF02 Thermoblock ca. 399 €
    WPM Primus Mischform, Vorwärmkessel plus zwei Thermoblöcke ca. 1.980 €
    Zuriga E2, E2-S Dickfilmheizer ab 1.480 CHF
    nunc. Espressomaschine zwei Dickfilmheizer Vorbestellung

    Preise ca., Stand August 2026, aus Hersteller- und Fachhändlerangaben; Europreise beziehen sich auf den deutschen Markt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

    Welche Hersteller keine Thermoblöcke bauen

    Eine Frage, die uns regelmässig erreicht: Gibt es einen Thermoblock von Lelit, ECM, Profitec, Rocket oder Bezzera? Nein. Die klassischen italienischen Hersteller bleiben beim Kessel. Bei der oft genannten Lelit Anna ist ein 250-Milliliter-Messingkessel verbaut, kein Durchlauferhitzer.

    Auch Gaggia baut keinen Thermoblock. Die Classic-Reihe arbeitet mit einem Messingkessel. Der Durchlauferhitzer kommt von Delonghi, Sage, Ascaso, Quick Mill, Graef und den jüngeren Herstellern wie Zuriga, Maro und Roxy.

    Sage: beide Technologien in einer Modellreihe

    Sage ist der einzige Hersteller, bei dem du beide Systeme direkt vergleichen kannst. Barista Express, Express Impress, Duo Temp Pro und Infuser haben einen Thermoblock, den Sage Thermocoil nennt. Bambino, Bambino Plus, Barista Pro, Barista Touch und Oracle Jet haben einen Dickfilmheizer unter dem Namen ThermoJet. Oracle Touch und Dual Boiler haben echte Kessel. Sage wirbt selbst damit, ThermoJet verbrauche bis zu 32 Prozent weniger Energie als ein Thermoblock-Heizsystem — verglichen wird dabei mit den eigenen Thermocoil-Geräten.

    Häufige Fragen

    Wie lange braucht ein Thermoblock zum Aufheizen?
    Je nach Maschine drei bis zehn Minuten bis zur Brühbereitschaft. Dickfilmheizer schaffen es in zwei bis vier Minuten. Der Siebträger braucht in beiden Fällen länger als die Anzeige suggeriert.

    Ist ein Thermoblock schlechter als ein Boiler?
    Nicht grundsätzlich. Wir haben Thermoblock-Maschinen unter einem Grad Schwankung gemessen und andere mit 7,6 Grad. Entscheidend sind PID-Regelung, Sensorplatzierung und ob Brühgruppe und Siebträger mitgeheizt werden.

    Was ist der Unterschied zwischen Thermoblock und Dickfilmheizer?
    Beim Thermoblock wird ein Metallblock geheizt, der die Wärme ans Rohr abgibt. Beim Dickfilmheizer sitzt das Heizelement direkt auf der wasserführenden Fläche. Weniger thermische Masse heisst schnelleres Aufheizen und präzisere Regelung, verlangt aber aufwendigere Sensorik.

    Kann ich mit einem Thermoblock guten Milchschaum machen?
    Ja, aber die Technik unterscheidet sich. Kleines Kännchen, am Rand arbeiten, Zieh- und Rollphase ineinander übergehen lassen. Maschinen mit eigenem Dampfsystem schäumen deutlich besser als solche mit einem einzelnen Block für beides.

    Lohnt sich ein Thermoblock für Milchgetränke?
    Wenn du täglich mehrere Cappuccini machst, ist ein Dual Thermoblock oder eine Mischform mit Dampfkessel die bessere Wahl. Bei einem einzelnen Block wartest du bei jedem Wechsel und danach ist der Espresso zu heiss.

    Welche Bauart passt zu mir?
    Das hängt weniger am Budget als am Trinkverhalten. Ein bis zwei Espressi am Tag, wenig Geduld beim Warten: Thermoblock oder Dickfilmheizer. Die Unterschiede aller Bauarten nebeneinander stehen im Bauart-Vergleich. Regelmässig Milch, mehrere Getränke nacheinander: Dualboiler oder Zweikreiser. Nur Espresso, kleines Budget: Einkreiser.

    Fazit

    Der Thermoblock hat sich von der Sparlösung zur ernstzunehmenden Bauart entwickelt. Unsere Messungen zeigen beides: Maschinen, die fast jeden Zweikreiser bei der Temperaturkonstanz schlagen und dabei ein Fünftel des Stroms brauchen, und Maschinen, bei denen du nicht weisst, mit welcher Temperatur du gerade brühst.

    Wer vor allem Espresso trinkt, findet in dieser Klasse heute Maschinen, die keinen Kompromiss mehr darstellen. Wer regelmässig Milch schäumt, sollte auf ein getrenntes Dampfsystem achten, sonst wird das Umschalten zum täglichen Ärgernis. Das ist allerdings bei einem Einkreiser mit Boiler nicht anders. Und wer maximale Präzision bei minimaler Aufheizzeit sucht, schaut sich am besten gleich die Dickfilmheizer an.

    Wie du mit deiner Maschine Schritt für Schritt zum guten Espresso kommst — Rezept, Mahlgrad und Fehlerbehebung — steht in unserer kompletten Espresso-Anleitung. Alle weiteren Bauarten und unsere Testliste findest du im Überblick Siebträgermaschinen im Test.


    Wir betreiben eine Kaffee-Akademie und -Schule im Ruhrgebiet sowie in Basel. In Barista-Kursen, Videos und Artikeln teilen wir alles, was wir entlang der Kaffeekette lernen. Da wir acht Jahre eine Farm in Nicaragua betrieben haben und bis heute direkt mit Farmen zusammenarbeiten, Kaffee rösten und auch drei Cafés in Basel betreiben, lernen wir viel.

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